Dreißig Dollar im Monat oder $2 pro Million Tokens. So viel kostet jetzt die Leistung, die vor wenigen Monaten nur das Flaggschiff bieten konnte. Am 30. Juni hat Anthropic Claude Sonnet 5 gestartet – ein Mittelklasse-Modell, das eigenständig Aufgaben planen, mit Browser, Terminal und Toolsets arbeiten kann. All das, wofür früher der Opus-Tarif fällig war.
Der Abstand zum Flaggschiff Opus 4.8 ist minimal. Im wichtigsten Agenten-Benchmark erreicht Sonnet 5 63,2 % gegenüber 69,2 % bei Opus – nur sechs Prozentpunkte Unterschied. Der Preisunterschied ist jedoch viel größer. Opus 4.8 kostet $5 pro Million eingehender und $25 pro ausgehender Tokens; Sonnet 5 startet bei $2 und $10 – ein Rabatt von 60 %. Der Einführungspreis gilt bis 31. August, danach steigen die Preise auf $3 und $15. Zum Vergleich: Sonnet 4.6 erreichte im selben Benchmark nur 58,1 %, die neue Version legte also fünf Punkte zu.
Anthropic hebt besonders die Sicherheitsverbesserungen hervor. Im Vergleich zu Sonnet 4.6 zeigt die neue Version deutlich seltener unerwünschtes Verhalten: Sie stimmt Missbrauchsanfragen weniger bereitwillig zu und ist widerstandsfähiger gegen Prompt-Injection-Angriffe, bei denen schädliche Anweisungen direkt in die Daten eingebettet sind, die der Agent verarbeitet. Für lange autonome Szenarien ohne menschliche Überwachung ist das entscheidend.
Der Start von Sonnet 5 fällt mit der IPO-Vorbereitung von Anthropic zusammen. Das günstige, aber leistungsstarke Modell erweitert den Kreis der Entwickler und Startups, für die Opus zu teuer war. Agenten-Anwendungen zu bauen ist jetzt halb so teuer. Die nächste Frage ist, wie schnell OpenAI und Google mit ähnlichen Preisstrategien reagieren.



