Bitcoin schließt das erste Halbjahr 2026 mit einem schlechten Rekord ab. Im zweiten Quartal verlor BTC etwa 12 % – nach einem Rückgang von 22 % im ersten Quartal. Zwei verlustreiche Quartale hintereinander zu Beginn des Jahres gab es in der Geschichte von Bitcoin laut CoinDesk und Analysten von NewsBTC nur zweimal. Ende Juni liegt der Kurs unter 60.000 $.
Das ist umso ungewöhnlicher, da das zweite Quartal traditionell als starke Phase für BTC galt. Im letzten Jahrzehnt brachte gerade Q2 im Durchschnitt Bitcoin-Wachstum. Dieses Mal hat die Saisonalität nicht funktioniert.
Die Gründe lassen sich in drei Punkten zusammenfassen. Erstens – ein anhaltender Abfluss aus den US-amerikanischen Spot-Bitcoin-ETFs. Der durchschnittliche Anleger im größten Fonds IBIT liegt etwa 40 % unter seinem Höchststand, und die vergangene Woche gehört zu den zwei schlimmsten Wochen mit Abflüssen in der Geschichte dieser Fonds. Zweitens – die Fed. Die Zentralbank hält den Zinssatz auf hohem Niveau, und der Futures-Markt kalkuliert bereits ein Risiko weiterer Erhöhungen ein. Drittens – ein starker Dollar: Wenn der DXY hoch steht, sinkt die Risikobereitschaft für riskante Anlagen.
Altcoins litten stärker. Ethereum schließt das Quartal mit einem Verlust von etwa 25 %. XRP, Dogecoin und HYPE verzeichneten zweistellige Wochenverluste. Im Vergleich zum allgemeinen Druck halten sich Solana und Tron etwas stabiler – doch auch sie sind weit von ihren Jahresanfangshochs entfernt.
Die wichtigste offene Frage ist, wie es im dritten Quartal weitergeht. Historisch gesehen gab Juli Bitcoin oft einen Aufwärtsschub. Der Anteil der Short-Positionen ist aktuell hoch, und jedes positive Signal könnte eine Kettenreaktion von Short-Coverings auslösen. Für eine nachhaltige Trendwende müsste sich jedoch mindestens einer der drei belastenden Faktoren ändern: entweder die Zuflüsse in ETFs kehren sich um, oder die Fed ändert ihre Rhetorik, oder der Dollar schwächt sich ab. Davon ist bisher nichts zu sehen – deshalb wird der Juli ein echter Test für den Markt.



