BNY Mellon wird erster großer Verwahrer von USDC

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BNY Mellon wird erster großer Verwahrer von USDC

Die weltweit größte Depotbank erkennt Stablecoins an: USDC ist der erste auf der Plattform von BNY Mellon. Institutionelle Kunden können nun Circle-Token innerhalb einer einheitlichen Bankinfrastruktur verwahren, ausgeben und zurücknehmen.

Die weltweit größte Depotbank mit 53 Billionen USD verwalteten Vermögenswerten akzeptiert Stablecoins. Am 29. Juni fügte BNY Mellon Circle USDC zu seiner institutionellen Plattform für digitale Assets hinzu – nun können Pensionsfonds, Vermögensverwalter und Firmenkassen USDC direkt über die gewohnte Bankoberfläche verwahren, transferieren, ausgeben und zurücknehmen.

USDC ist der erste Stablecoin in der Geschichte, der bei BNY Mellon den vollen Verwahrungsstatus erhielt. Die Partnerschaft begann bereits 2022, damals ging es nur darum, dass BNY einen Teil der Dollarreserven hält, die USDC absichern. Der jetzige Schritt ist grundlegend anders. Nun befindet sich der Stablecoin selbst im Depot der Bank, und der Kunde kann damit arbeiten: mint – Dollar in USDC umwandeln, burn – USDC zurück in Dollar tauschen. Alles an einem Ort, ohne separate Krypto-Infrastruktur.

Der Unterschied ist erheblich. Reserven zu verwahren ist Backend-Arbeit, die der Kunde nicht sieht. Einen Stablecoin zu verwahren und seinen gesamten Lebenszyklus zu managen, ist ein Kundenprodukt. Ein Firmenkassierer, der über BNY arbeitet, kann USDC nun neben herkömmlichen Währungen halten: ein Konto, ein Dashboard, eine Logik für alle Operationen.

Der Kontext ist wichtig. Im US-Kongress wird der GENIUS Act vorangetrieben – ein Gesetz zur bundesweiten Lizenzierung von Stablecoins. Anfang des Jahres kündigten Visa, Mastercard und Stripe eine gemeinsame Stablecoin-Plattform an. Fidelity und State Street kämpfen um Marktanteile bei Reserven. Nun komplettiert BNY Mellon – die Bank mit den meisten verwalteten Vermögenswerten weltweit – dieses institutionelle Set. Die Infrastruktur für Stablecoins entsteht vor unseren Augen, und zwar ganz oben im Finanzsystem.

BNY plant, die Plattform auch für andere Stablecoin-Emittenten zu öffnen. USDC ist hier Präzedenzfall, nicht Ausnahme. Wie aktiv institutionelle Kunden ihre Liquiditätsverwaltung ändern und wann Stablecoins für sie so alltäglich werden wie Euro oder Yen – das wird die zentrale Frage der kommenden Quartale sein.

Fragen und Antworten

Häufig gestellte Fragen zum Thema des Artikels

Was ist BNY Mellon und warum ist dessen Schritt so wichtig?

BNY Mellon ist die weltweit größte Depotbank mit über 53 Billionen Dollar verwalteten Vermögenswerten. Wenn sie offiziell Stablecoins auf ihrer Plattform akzeptiert, ist das ein Signal an den gesamten Markt: Die institutionelle Ära der Stablecoins hat auf höchster Ebene der traditionellen Finanzwelt begonnen.

Was können BNY-Kunden jetzt mit USDC machen?

Kunden können USDC in digitalen Depot-Wallets der Bank aufbewahren, übertragen sowie prägen (mint – Dollar in USDC umwandeln) und einlösen (burn – USDC zurück in Dollar tauschen) – alles über eine einzige Plattform ohne separate Krypto-Infrastruktur.

Was bedeutet mint und burn im Zusammenhang mit Stablecoins?

Mint ist die Ausgabe neuer USDC-Token im Austausch gegen Dollar: Sie zahlen 1 Mio. $, Circle erstellt 1 Mio. USDC. Burn ist der umgekehrte Vorgang: Sie geben USDC an Circle zurück und erhalten Dollar. BNY Mellon fungiert jetzt als Bankvermittler für beide Vorgänge.

Plant BNY die Unterstützung weiterer Stablecoins?

Ja, die Bank hat angekündigt, die Plattform auf weitere Stablecoin-Emittenten ausweiten zu wollen. USDC ist der erste Präzedenzfall, kein einmaliges Partnerschaftsprojekt. Konkrete Namen und Zeitpläne wurden bisher nicht bekannt gegeben.

Wie hängt das mit dem US-Gesetz GENIUS Act zusammen?

Der GENIUS Act ist ein Gesetzesentwurf zur bundesweiten Lizenzierung von Stablecoins in den USA. Die Entscheidung von BNY zeigt, dass große Finanzinstitute bereits Infrastruktur für diese Regulierung aufbauen, ohne auf deren endgültige Verabschiedung zu warten.