Am 28. September registrierte die CFTC Coinbase Clearing als Clearingstelle für Derivate (DCO). Das klingt nach reiner Formalität, schließt aber die letzte Lücke in Coinbases US-Infrastruktur: Die Börse kann ihre eigenen Futures- und Optionsgeschäfte jetzt selbst abwickeln, ohne eine externe Clearingstelle einzuschalten.
Coinbase besaß bereits eine Broker-Lizenz (FCM, über Coinbase Financial Markets) und eine eigene Derivatebörse (DCM, Coinbase Derivatives). Das Clearing ist das dritte und letzte Puzzleteil: Genau die Clearingstelle garantiert, dass beide Seiten eines Geschäfts ihr Geld bekommen, selbst wenn eine Partei pleitegeht. In der traditionellen Finanzwelt übernehmen das Riesen wie CME Clearing oder ICE Clear — solide, aber an Bankzeiten gebunden.
Der Unterschied bei Coinbase Clearing liegt in der Sicherheit: Statt Bargeld oder Staatsanleihen dient der Stablecoin USDC als Sicherheit, und die Abwicklung läuft rund um die Uhr, auch am Wochenende. Es ist die erste US-Clearingstelle, die von Grund auf um einen Stablecoin herum gebaut wurde.
Es gibt einen Haken. Die CFTC hat nur das Clearing vollständig besicherter, vorausbezahlter Kontrakte genehmigt — Futures, Optionen und Swaps ohne Hebel. Margin- und Perpetual-Produkte, auf die der Großteil des Krypto-Derivatevolumens entfällt, laufen weiterhin über Drittanbieter. Coinbase hatte die Registrierung bereits im November 2025 beantragt — die Prüfung dauerte fast ein Jahr.
Entscheidend ist hier nicht ein neues Produkt, sondern Kontrolle: Börse, Broker und Clearingstelle sitzen jetzt unter einem Dach und einer CFTC-Lizenz, was weniger Reibungspunkte für ein Geschäft bedeutet. Die Kehrseite: Coinbase trägt jetzt Risiken, die früher auf mehrere unabhängige Firmen verteilt waren, und die Stabilität des Systems hängt teilweise davon ab, wie fest USDC seine Bindung hält.



