FCA halbiert Kapitalanforderungen für Stablecoins – unter MiCA-Niveau

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FCA halbiert Kapitalanforderungen für Stablecoins – unter MiCA-Niveau

Die britische Regulierungsbehörde FCA hat den finalen Kryptorahmen veröffentlicht und den Kapitalpuffer für Stablecoin-Emittenten von 2 % auf 1 % halbiert – unter das MiCA-Standardniveau. Inkrafttreten im Oktober 2027.

Die britische Finanzaufsicht FCA hat den finalen Kryptorahmen veröffentlicht – und die wichtigste Zugeständnis war die Halbierung des Kapitalpuffers für Stablecoin-Emittenten: von 2 % auf 1 % der im Umlauf befindlichen Coins. Dies ist das erste umfassende Kryptoregulierungsdokument der FCA, das einen bedeutenden Teil des britischen Marktes für digitale Vermögenswerte abdeckt.

Hinter der Änderung steht direkter Druck der Branche. Als die FCA vor einem Jahr die 2-Prozent-Grenze vorschlug, warnten Unternehmen, dass solche Anforderungen neue Marktteilnehmer ohne Rücklagenkapital verdrängen würden. David Gill, Leiter der FCA-Abteilung für Zahlungen und digitale Finanzen, räumte schließlich ein: „Die ursprünglichen Anforderungen waren wahrscheinlich zu hoch für den aktuellen Marktstatus.“ Die Behörde lockerte auch Anforderungen an Rückzahlungsfristen und das Volumen der öffentlichen Offenlegung.

Im Vergleich zu Europa wirken die neuen britischen Regeln deutlich lockerer. MiCA setzt einen Puffer von 2 % für Standard-Emittenten und 3 % für „signifikante“ Emittenten fest – plus die Pflicht, eine Bank- oder E-Geld-Institutionslizenz zu erhalten. Wegen dieser Anforderungen hat Tether die Anpassung an MiCA faktisch abgelehnt. Die Bank of England, zuständig für die Überwachung „systemrelevanter“ Stablecoins, hat ebenfalls ihre ursprünglichen Vorschläge abgeschwächt.

Hinter dieser Entscheidung steht eine wettbewerbsorientierte Logik. Seit dem Brexit versucht London systematisch, Fintech-Geschäfte vom Kontinent abzuziehen. Während MiCA an Fahrt gewinnt, ziehen Krypto-Gründer aus Deutschland, den Niederlanden und Frankreich aktiv nach Dubai – dort ist es günstiger, schneller und planbarer. Großbritannien positioniert sich als freundlichere Alternative.

Ein wichtiger, leicht zu übersehender Punkt: Die Regeln gelten nur für Stablecoins, die an das britische Pfund gebunden sind. Dollar-USDT und USDC – die volumenmäßig dominieren – fallen nicht unter die Regulierung. Der neue Rahmen tritt im Oktober 2027 in Kraft. Emittenten haben Zeit zur Vorbereitung – doch die Richtung ist klar: London setzt auf Flexibilität, während Brüssel auf Strenge pocht.

Fragen und Antworten

Häufig gestellte Fragen zum Thema des Artikels

Was genau hat die FCA in ihren Regeln geändert?

Die FCA hat den Mindestkapitalpuffer für Stablecoin-Emittenten von 2 % auf 1 % des im Umlauf befindlichen Münzvolumens gesenkt. Zudem wurden die Anforderungen an Rückzahlungsfristen und die öffentliche Informationspflicht gelockert.

Worin unterscheiden sich die britischen Regeln von MiCA?

Die EU-MiCA legt einen Puffer von 2 % für Standard-Emittenten und 3 % für „signifikante“ Emittenten fest und verlangt eine Bank- oder E-Geld-Institutslizenz. Die britischen Regeln sind in allen drei Punkten weniger streng.

Für welche Stablecoins gelten die neuen Regeln?

Nur für Stablecoins, die an das britische Pfund gebunden sind. Dollar-basierte USDT und USDC fallen nicht unter die britischen Vorschriften.

Wann treten die FCA-Regeln in Kraft?

Die endgültigen Krypto-Regeln der FCA treten im Oktober 2027 in Kraft. Emittenten haben mehr als ein Jahr Zeit, um sich auf die neuen Anforderungen vorzubereiten.

Warum lockert London die Krypto-Regeln?

Das ist eine wettbewerbsorientierte Reaktion auf die strengen MiCA-Regeln. Während Fintech-Unternehmen wegen der europäischen Vorgaben massenhaft nach Dubai abwandern, versucht Großbritannien, einen Teil dieses Flusses mit flexibleren Bedingungen anzuziehen.