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OFAC sanktionierte 134 ISIS-K-Wallets — Tether fror sie sofort ein

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Nachrichten
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Am 1. Juli 2026 setzte das OFAC 134 Krypto-Adressen von ISIS-K auf die Sanktionsliste. Tether fror 131 USDT-Guthaben im TRON-Netzwerk sofort ein. Drei Monero-Adressen bleiben außer Reichweite.

Das US-Finanzministerium handelte diesmal ungewöhnlich schnell. Am 1. Juli 2026 aktualisierte das OFAC die Designation von ISIS-K — dem afghano-pakistanischen Ableger des Islamischen Staates — und fügte 134 Kryptowährungs-Adressen zur SDN-Liste hinzu. Binnen Minuten hatte Tether sämtliche USDT-Guthaben auf 131 dieser Adressen im TRON-Netzwerk eingefroren.

Die Wallets gehören zum Medienarm von ISIS-K, der al-Azaim-Stiftung, die seit Jahren über ein Netzwerk kleiner Adressen Krypto-Spenden sammelt. Seit 2023 flossen über diese Konten rund 1,4 Millionen Dollar ein und knapp 880.000 Dollar ab. Die Beträge sind bescheiden — aber genau solche kleinen, fragmentierten Transfers, die für traditionelle Banken unsichtbar sind, finanzieren Rekrutierung, Propaganda und Logistik, ohne klassische Überweisungsalarme auszulösen.

Die drei Monero-Adressen auf der Liste sind ein anderes Kapitel. Das OFAC kann sie listen — einfrieren kann sie niemand. Monero hat keinen zentralen Emittenten, keinen Abschalter, keine Unternehmensinstanz, die einer Regierungsanweisung Folge leisten könnte. Transaktionen und Guthaben sind kryptografisch verborgen, das Netzwerk vollständig dezentralisiert. Die Aufnahme einer Monero-Adresse in eine Sanktionsliste ist rein symbolisch — und sie markiert exakt, wo staatliche Macht über Krypto endet.

Chainalysis hat alle 134 Adressen sofort in seine Compliance-Produkte aufgenommen, die von Börsen und Zahlungsplattformen weltweit genutzt werden. Jede Plattform mit standardmäßiger AML-Überwachung erhält automatisch eine Warnung, sobald Nutzer mit diesen Wallets interagieren.

Am selben Tag sanktionierte das OFAC auch zwei brasilianische Staatsbürger und vier Unternehmen des Drogenkar­tels PCC wegen Geldwäsche von rund 30 Millionen Dollar über Kryptowährungen. Zwei Durchsetzungsmaßnahmen an einem Tag, auf zwei Kontinenten. Und eine Frage, die beide aufwerfen: Wenn ein Stablecoin-Emittent sanktionierte Gelder nahezu in Echtzeit neutralisieren kann — was bleibt dann noch von der Idee des erlaubnisfreien Geldes?

Fragen und Antworten

Häufig gestellte Fragen zum Thema des Artikels

ISIS-K steht für die Provinz Khorasan des Islamischen Staates, 2015 von den USA als Terrororganisation eingestuft. Sein Medienarm, die al-Azaim-Stiftung, sammelte über kleine Wallets Kryptospenden, um klassische Bankkontrollen zu umgehen.