Sam Altman hat dem Weißen Haus einen unerwarteten Vorschlag unterbreitet: 5 % der Anteile an OpenAI an einen US-Staatsfonds abzugeben. Die Financial Times berichtete darüber am Donnerstag, gestützt auf zwei mit den Verhandlungen vertraute Quellen. Bei der aktuellen Bewertung von OpenAI — 852 Milliarden Dollar nach einer Rekordrunde im März — entspricht das rund 42,6 Milliarden Dollar.
Die Gespräche laufen seit über einem Jahr. Das erklärte Ziel lautet laut FT-Quellen: «gute Beziehungen zur Regierung sichern und politischen Gegenwind abmildern.» OpenAI hat im Mai seinen Börsengang beantragt und muss diesen Prozess unter den Augen des Kongresses managen. Trump erklärte im Juni, er habe mit Altman über die Möglichkeit gesprochen, «Teile» des Unternehmens dem amerikanischen Volk zu übergeben.
Altman versteht den Vorschlag als Brancheninitiative. Seinem Modell zufolge sollen Anthropic, Google und Meta ähnliche Anteile in denselben Fonds einbringen. Die genauen Modalitäten sind unklar — FT-Quellen zufolge würde eine formelle Umsetzung fast zwangsläufig eine Genehmigung des Kongresses erfordern.
Die Idee hat einen Vorläufer. Im April veröffentlichte OpenAI das Papier «Industriepolitik für das Zeitalter der Intelligenz» — mit dem Vorschlag, einen staatlichen KI-Investitionsfonds zu gründen, dessen Erträge direkt an die Bürger fließen. Der jetzige Vorschlag ist die konkrete Umsetzung dieses Konzepts. Senator Bernie Sanders forderte im Juni eine einmalige 50-prozentige Steuer auf KI-Aktien für denselben Zweck — der Vorstoß scheiterte, verdeutlicht aber das Ausmaß der Debatte.
Die Verhandlungen stehen am Anfang. Doch das Signal ist eindeutig: Das wertvollste KI-Unternehmen der Welt bietet dem Staat freiwillig einen milliardenschweren Anteil an — noch vor dem Börsengang.



