Bitcoins Netzwerk spaltete sich kurz in zwei Ketten

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Bitcoins Netzwerk spaltete sich kurz in zwei Ketten

Am 9. August spaltete sich ein Teil der Bitcoin-Miner wegen des umstrittenen BIP-110-Updates ab — doch die neue Kette blieb fast sofort stecken und schürfte in acht Stunden nur zwei Blöcke gegen dutzende im Hauptnetz.

Ein paar Stunden lang, in der Nacht zum 9. August, war Bitcoin kein einziges Netzwerk mehr. Ein Teil der Miner und Nodes, die das umstrittene Update BIP-110 durchsetzten, spaltete sich von der Hauptkette ab — und blieb fast sofort stecken: In acht Stunden entstanden gerade einmal zwei Blöcke, während die dominierende Kette um mehrere Dutzend weiterzog.

BIP-110, der "Reduced Data Temporary Softfork", wollte für ein Jahr verbieten, nicht-monetäre Daten — Bilder, Text, beliebige Dateien, auf denen Ordinals und Inscriptions beruhen — in Bitcoin-Transaktionen einzubetten. Befürworter argumentierten, das schaffe Platz in den Blöcken und senke Gebühren für alle, die schlicht Geld überweisen wollen. Gegner, darunter der bekannte Bitcoin-Fürsprecher Michael Saylor, hielten dagegen: Wer die Gebühr zahlt, hat sich das Recht erkauft, den Platz zu nutzen, wie er will — Miner und Nodes hätten nicht zu entscheiden, welche Transaktionen legitim sind.

Für den nötigen Rückhalt reichte es nie: In der vorangegangenen Periode von 2.016 Blöcken signalisierten nur 51 — 2,53 Prozent — Zustimmung, weit unter der 55-Prozent-Schwelle, die für eine Aktivierung ohne Spaltung nötig gewesen wäre. Eine Minderheit der Nodes setzte die Regel trotzdem durch. Bei Block 961.632 schürfte AntPool einen Block ohne das geforderte Signal; BIP-110-Nodes lehnten ihn ab und folgten stattdessen einem Alternativblock, den der Pool Roughnecks über OCEAN verbreitete. Für einige Stunden hatte Bitcoin buchstäblich zwei konkurrierende Historien.

Das Problem der abtrünnigen Kette zeigte sich sofort: Sie erbte die volle Mining-Difficulty von Bitcoin, kontrolliert dabei aber weniger als drei Prozent der Hashrate. Statt alle zehn Minuten entsteht nur alle paar Stunden ein Block, und die Difficulty lässt sich erst nach 2.016 abgeschlossenen Blöcken neu justieren — bei diesem Tempo rund 350 Tage statt der üblichen 14. Erschwerend kommt hinzu, dass die BIP-110-Regeln verlangen, dass jeder Block bis Höhe 963.647 weiter signalisiert; beim aktuellen Tempo hat die Minderheitskette dafür realistisch keine Chance.

Für Bitcoin auf Börsen oder in ETFs ändert sich nichts: Kein relevanter Anbieter unterstützt die abtrünnige Kette, das Geld bleibt also im Hauptnetz. Wer seine Coins selbst verwahrt, insbesondere mit Bitcoin Knots, sollte dagegen vorsichtig sein: Die neue Kette hat noch keinen Replay-Schutz, sodass ein und dieselbe signierte Transaktion auf beiden Ketten gültig sein kann. Wer "Fork-Coins" verkauft, riskiert, dass jemand genau diese Transaktion auf der Hauptkette erneut sendet — und die echten Bitcoins mitnimmt.

Bitcoin Core hat BIP-110 nie übernommen, und fast die gesamte Hashrate folgt weiterhin den alten Regeln. Trotzdem ist eine solche Live-Spaltung selten: Zuletzt führte ein Streit darüber, was in die Blockchain gehört, vor fast einem Jahrzehnt tatsächlich zu einer abgespaltenen Kette. Wie es mit BIP-110 weitergeht, dürfte sich in den nächsten zwei Wochen zeigen — entweder gewinnt die Minderheitskette an Fahrt, oder sie verschwindet still.

Fragen und Antworten

Häufig gestellte Fragen zum Thema des Artikels

Was ist BIP-110?

BIP-110 ist ein Vorschlag, für ein Jahr das Einbetten nicht-monetärer Daten — Bilder und Text — in Bitcoin-Transaktionen zu verbieten, also den Platz, auf dem Ordinals und Inscriptions beruhen. Ziel war es, Blockplatz freizumachen und Gebühren für normale Zahlungen zu senken.

Warum hat sich Bitcoins Netzwerk gespalten?

Der Vorschlag erhielt nur 2,53 Prozent Miner-Unterstützung, weit unter der für eine Aktivierung ohne Spaltung nötigen Schwelle von 55 Prozent. Eine Minderheit der Nodes setzte die Regel trotzdem durch und lehnte einen Block ohne das nötige Signal ab — so entstand eine eigene Minderheitskette.

Ist die Spaltung riskant für Bitcoin auf Börsen?

Nein. Keine relevante Börse und kein ETF unterstützt die abtrünnige Kette, diese Coins bleiben also unverändert im Hauptnetz.

Wer trägt das eigentliche Risiko?

Wer seine Coins selbst verwahrt, insbesondere mit Bitcoin Knots: Die neue Kette hat noch keinen Replay-Schutz, eine signierte Transaktion kann also auf beiden Ketten gültig sein — wer 'Fork-Coins' verkauft, riskiert damit seine echten Bitcoins.