Fast 847.000 Bitcoin liegen auf dem Konto von Strategy – keine andere börsennotierte Firma weltweit kommt auch nur annähernd an diese Zahl heran. Jahrelang hielt das Unternehmen an einer eisernen Regel fest: nur kaufen, niemals verkaufen. Am 29. Juni 2026 wurde diese Regel offiziell gelockert.
An diesem Tag reichte Strategy bei der US-Börsenaufsicht SEC das Formular 8-K ein und veröffentlichte den fünfteiligen „Digital Credit Capital Framework“. Der zentrale Punkt ist das Programm BTC Monetization Program: Der Vorstand darf nun Bitcoin im Wert von bis zu 1,25 Mrd. USD verkaufen. Das klingt viel, aber die strikte Obergrenze liegt unter 2,5 % des gesamten Bestands. Anders gesagt bleibt der Großteil der Bitcoins im Bestand unangetastet.
Das Framework umfasst vier weitere Komponenten. Die Dividende der Vorzugsaktien STRC wurde von 11,5 % auf 12 % erhöht. Es wurde eine USD-Reserve von 2,55 Mrd. USD mit einer strikten Untergrenze eingerichtet – diese darf nicht unterschritten werden. Zudem wurden zwei Rückkaufprogramme gestartet: 1 Mrd. USD für Digital Credit Securities und weitere 1 Mrd. USD für Stammaktien von MSTR.
Warum diese Rahmenbedingungen? In den letzten Monaten standen die Vorzugsaktien unter Druck – Investoren fragten sich, wie Strategy die Schulden aus Digital Credit bedienen will, ohne Bitcoin anzutasten, während der Markt fällt. Das neue Framework ist die klare Antwort: Verkaufen ist erlaubt, aber nur in streng begrenztem Umfang und ausschließlich zur Deckung der Kreditverpflichtungen.
Allein die Tatsache, dass der größte Unternehmens-Bitcoinhalter BTC offiziell die Monetarisierung ermöglicht, verringert einen Teil des Tail-Risikos am Markt. Die Frage bleibt jedoch: Wenn der Bitcoin-Preis weiter fällt, reicht die Obergrenze von 1,25 Mrd. USD aus – oder muss das Framework erneut angepasst werden?



