21 Banken bündeln Kräfte für einen gemeinsamen Dollar-Stablecoin bis 2027

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21 Banken bündeln Kräfte für einen gemeinsamen Dollar-Stablecoin bis 2027

Bank of America, Citi, Goldman Sachs und 18 weitere Banken und Vermögensverwalter wollen gemeinsam einen Dollar-Stablecoin herausgeben. Die Gesellschaft soll bis Jahresende stehen, Start Anfang 2027.

Noch vor drei Monaten sah es so aus, als würden die großen Banken Stablecoins als Bedrohung betrachten: Bank of America, Citi, Wells Fargo und JPMorgan warben gemeinsam für tokenisierte Einlagen als sicherere Alternative. Jetzt vollzieht dieselbe Gruppe eine komplette Kehrtwende.

Am 1. September kündigten 21 Finanzinstitute — darunter Bank of America, Goldman Sachs, Citi, Wells Fargo, Deutsche Bank, UBS, Santander, MUFG Bank und der Vermögensverwalter Fidelity Investments — Pläne für eine gemeinsame Gesellschaft an, die einen eigenen Stablecoin herausgeben soll. Die Gruppe erstreckt sich über Nordamerika, Europa, Asien, den Nahen Osten und Afrika.

Der Plan klingt auf dem Papier einfach und wird in der Praxis deutlich komplizierter. Zuerst soll ein an den Dollar gekoppelter Stablecoin an den Start gehen, geplant für die erste Jahreshälfte 2027. Die Betreibergesellschaft selbst soll noch vor Jahresende offiziell registriert werden. Danach folgen Euro und weitere G7-Währungen — die Banken wollen das Dollar-Modell in jeder großen Volkswirtschaft wiederholen.

Die Idee entstand aus einer Initiative, die zehn Banken bereits im vergangenen Oktober vorstellten — damals ging es nur darum, ein 1:1-gedecktes digitales Asset auf öffentlichen Blockchains zu prüfen. In zehn Monaten hat sich die Gruppe mehr als verdoppelt.

Nach Angaben der Mitglieder soll der Stablecoin tokenisierte Einlagen ergänzen, nicht mit ihnen konkurrieren. Einlagen bleiben im Bankensystem und sichern die Kundenbeziehung, während der Stablecoin auf öffentliche Blockchains wandert — für grenzüberschreitende Zahlungen und die Abwicklung digitaler Assets, auch für Privatkunden.

Formal soll alles in den Rahmen des US-amerikanischen GENIUS Act und der europäischen MiCA-Verordnung passen, damit das Projekt auf beiden Seiten des Atlantiks ohne Kompetenzkonflikte funktioniert. So die geordnete Version. 21 Institute mit unterschiedlichen Regulierern und kommerziellen Interessen tatsächlich zusammenzubringen, ist eine Aufgabe ganz anderer Größenordnung — die eigentliche Bewährungsprobe wird nicht die Technik sein, sondern die Governance: Wer entscheidet, wenn die Interessen der Mitglieder auseinanderdriften. Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Eine Fireblocks-Umfrage aus dem Jahr 2025 ergab, dass 90 % von 295 befragten Finanzmanagern Stablecoins bereits nutzten oder deren Einführung planten.

Fragen und Antworten

Häufig gestellte Fragen zum Thema des Artikels

Welche Banken gehören zu dem Konsortium?

Zu der Gruppe gehören 21 Institute aus Nordamerika, Europa, Asien, dem Nahen Osten und Afrika. Genannt wurden unter anderem Bank of America, Goldman Sachs, Citi, Wells Fargo, Deutsche Bank, UBS, Santander, MUFG Bank und der Vermögensverwalter Fidelity Investments.

Wann startet der Stablecoin?

Der Dollar-Stablecoin soll in der ersten Hälfte 2027 an den Start gehen. Die dafür zuständige Betreibergesellschaft soll noch vor Ende 2026 offiziell registriert werden.

Worin unterscheidet sich dieser Stablecoin von den tokenisierten Einlagen derselben Banken?

Tokenisierte Einlagen bleiben im Bankensystem und sichern die Kundenbeziehung. Der Stablecoin dagegen läuft auf öffentlichen Blockchains und ist für grenzüberschreitende Zahlungen und die Abwicklung digitaler Assets gedacht, auch für Privatkunden.

Welche Regeln wird das Konsortium einhalten?

Die Initiative soll den US-amerikanischen GENIUS Act und die europäische MiCA-Verordnung erfüllen, damit der Stablecoin auf beiden Seiten des Atlantiks legal genutzt werden kann.

Was ist das größte Risiko des Projekts?

Die eigentliche Bewährungsprobe ist nicht die Technik, sondern die Governance: Wie sich 21 Institute mit unterschiedlichen Rechtsordnungen und kommerziellen Interessen einigen, sobald diese Interessen auseinanderdriften.