BlackRock bringt Fonds im Wert von 311 Milliarden Dollar auf die Blockchain

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BlackRock bringt Fonds im Wert von 311 Milliarden Dollar auf die Blockchain

Der größte Vermögensverwalter der Welt hat tokenisierte Anteilsklassen für europäische Geldmarktfonds im Wert von 311 Milliarden Dollar eingeführt, auf Ethereum über die Kinexys-Plattform von JPMorgan.

BlackRock, mit rund 12 Billionen Dollar verwaltetem Vermögen der größte Vermögensverwalter der Welt, hat einen Teil seiner europäischen Geldmarktfonds auf eine Blockchain verlagert. Zwölf tokenisierte Anteilsklassen gibt es nun in sechs Fonds der ICS-Reihe — von einem auf US-Staatsanleihen basierenden Dollarfonds bis zu Fonds in Euro und Pfund — mit einem gemeinsamen Volumen von 311 Milliarden Dollar zum Stand Ende Juni.

Technisch funktioniert das so: Jeder Token steht für einen Anteil an einem gewöhnlichen, voll regulierten Fonds. Das offizielle Aktionärsregister führt weiterhin ein klassischer Transferagent, während Kinexys — die Tokenisierungssparte von JPMorgan — als Übersetzungsschicht zwischen Blockchain und diesem Register dient. Für Anleger bedeutet das: Sie können ihren Fondsanteil rund um die Uhr an einen anderen zugelassenen Wallet-Inhaber übertragen, unabhängig von Banköffnungszeiten, und die Bewegung nahezu in Echtzeit auf Ethereum verfolgen.

Es ist nicht BlackRocks erster Versuch. 2024 startete das Unternehmen zusammen mit Securitize den Fonds BUIDL, der inzwischen auf etwa 2,5 Milliarden Dollar angewachsen ist und zu einem der meistgenutzten Sicherheiten-Assets im Krypto-Handel wurde. Der neue europäische Start übertrifft BUIDL beim zugrunde liegenden Fondsvolumen deutlich, auch wenn der tatsächlich tokenisierte Anteil zunächst klein bleibt und nur wächst, wenn institutionelle Anleger — Unternehmenstreasuries, Banken, Liquiditätsmanager — ihre Bestände auf die Blockchain verlagern.

Der Start in Europa erfolgt nur einen Tag, nachdem BlackRock in den USA zwei ähnliche Produkte vorgestellt hat, BSTBL und BRSRV, die als Reserve-Assets für Stablecoin-Emittenten gemäß dem GENIUS Act qualifizieren sollen. Der zeitliche Zusammenhang ist kein Zufall: BlackRock verwaltet bereits rund 60 Milliarden Dollar an USDC-Reserven für Circle und hat offen erklärt, der bevorzugte Reserveverwalter der gesamten Stablecoin-Branche werden zu wollen.

Entscheidend ist nicht die Zahl 311 Milliarden selbst — der Großteil bleibt vorerst in traditioneller Form —, sondern dass Tokenisierung sich vom randständigen Krypto-Experiment zur alltäglichen Backoffice-Infrastruktur bei den tragenden Institutionen der globalen Finanzwelt entwickelt. Wenn BlackRock und JPMorgan gemeinsam Schienen für rund-um-die-Uhr-Abwicklung von Geldmarktfonds bauen, verändert das die Erwartungen der übrigen Vermögensverwaltungsbranche schneller als jede Bitcoin-Kursbewegung.

Fragen und Antworten

Häufig gestellte Fragen zum Thema des Artikels

Was genau hat BlackRock tokenisiert?

Das Unternehmen führte 12 tokenisierte Anteilsklassen in sechs europäischen ICS-Geldmarktfonds mit einem Gesamtvolumen von 311 Milliarden Dollar ein. Jeder Token steht für einen Anteil an einem regulären, regulierten Fonds, nicht für ein neues Krypto-Asset.

Bedeutet das, dass bereits alle 311 Milliarden Dollar auf der Blockchain liegen?

Nein. Die 311 Milliarden Dollar sind das Gesamtvermögen der Fonds, die nun eine tokenisierte Anteilsklasse anbieten, nicht der bereits auf der Blockchain befindliche Betrag. Der tatsächlich tokenisierte Teil startet klein und wächst schrittweise.

Wie hängt das mit Stablecoins und dem GENIUS Act zusammen?

Einen Tag vor dem europäischen Start stellte BlackRock in den USA zwei ähnliche Fonds vor, BSTBL und BRSRV, die die Anforderungen des GENIUS Act an Reserve-Assets von Stablecoin-Emittenten erfüllen sollen. Das Unternehmen verwaltet bereits rund 60 Milliarden Dollar an USDC-Reserven.

Wie unterscheidet sich das vom früheren BUIDL-Fonds von BlackRock?

BUIDL, 2024 mit Securitize gestartet, war als krypto-natives Produkt für Trader konzipiert und ist auf 2,5 Milliarden Dollar angewachsen. Die neuen europäischen Fonds tokenisieren dagegen bereits bestehende traditionelle Fonds im Wert von 311 Milliarden Dollar und richten sich an institutionelle Kunden statt an den Kryptomarkt selbst.