Der Finanzinvestor Blackstone rechnet nach dem Börsengang von Anthropic nicht mehr mit einem Investment-Grade-Rating für das Unternehmen, berichtet die Financial Times. Blackstone ist Ankerinvestor der 63 Milliarden US-Dollar schweren Chip-Finanzierung von Anthropic.
Die Ratingagentur Kroll Bond Rating Agency (KBRA) hatte Anthropic im Juni mit BB+ bewertet, der obersten Stufe des Ramschbereichs, nur eine Position unterhalb des Investment-Grade-Niveaus. Blackstone geht nun davon aus, dass auch Fitch, Moody's und S&P das Unternehmen auf das Niveau BB einstufen werden, also ebenfalls auf spekulativem Niveau. Zuvor hatte der Fonds bis Ende 2026 mit einem Investment-Grade-Rating gerechnet.
Von dem 63 Milliarden US-Dollar schweren Finanzierungspaket sind 42 Milliarden US-Dollar an Krediten durch die Investment-Grade-Garantie von Broadcom abgesichert, weitere 18 Milliarden US-Dollar durch Anthropic selbst. Blackstones eigener unbesicherter Anteil beläuft sich auf 9 Milliarden US-Dollar bei einer Rendite von über 10 Prozent.
Anthropic hat für das kommende Jahrzehnt Investitionen von 518 Milliarden US-Dollar in Rechenkapazitäten eingeplant. Der Umsatz wächst weiter: Im dritten Quartal 2026 stieg er auf 16,8 Milliarden US-Dollar, nach 11,6 Milliarden US-Dollar im zweiten Quartal. Die Wachstumsrate lag bei 45 Prozent, nach 147 Prozent im Quartal zuvor.
Goldman Sachs und Morgan Stanley hatten auf ein Investment-Grade-Rating für Anthropic gedrängt. Anthropic und Blackstone lehnten laut TechCrunch eine Stellungnahme ab.
Anthropic hatte den Antrag auf den Börsengang am 26. Oktober eingereicht. Offizielle Ratings von Fitch, Moody's und S&P liegen bislang nicht vor; sie werden erst nach Abschluss des Angebots erwartet, voraussichtlich Ende November.


