Tyler und Cameron Winklevoss haben bei der SEC einen Antrag für einen Spot-Zcash-ETF eingereicht, der unter dem Ticker WINK an der Nasdaq gehandelt werden soll. Sponsor ist Winklevoss Asset Services, die Verwahrung übernimmt Gemini Trust — die eigene Börse der Brüder. Die jährliche Gebühr liegt bei 0,25% und soll direkt in ZEC bezahlt werden.
Cypherpunk Technologies, ein an der Nasdaq notiertes Unternehmen mit bereits rund 29 Millionen Dollar in ZEC und Beteiligung an der Protokollentwicklung, wird Ökosystem-Partner des Fonds. Der Winklevoss Capital Fund hat zudem unverbindliches Interesse signalisiert, nach dem Start Anteile im Wert von bis zu 100 Millionen Dollar zu kaufen — eine Absichtserklärung, kein fester Vertrag.
Damit ist WINK bereits der dritte Antrag für einen Spot-Zcash-ETF in den USA. Grayscale kam Ende August als Erster an die NYSE Arca und zog innerhalb weniger Wochen Hunderte Millionen Dollar an. Bitwise reichte danach seinen Antrag ein. Jetzt steigt auch Gemini ins Rennen ein — die Börse, die in den USA als Erste ZEC-Handel und -Verwahrung anbot.
Die Geschichte hat eine gewisse Ironie. Vor 13 Jahren reichten die Winklevoss-Zwillinge weltweit den allerersten Antrag für einen Spot-Bitcoin-ETF ein — die SEC lehnte ihn 2017 wegen Manipulationsbedenken ab. Heute sind Spot-Bitcoin-Fonds Alltag, und die Brüder setzen darauf, dass dasselbe Rezept nun auch bei einer Privacy Coin funktioniert.
Der Antrag spart auch die unbequeme Seite nicht aus. Er legt den im Mai 2026 entdeckten Orchard-Bug im Zcash-Protokoll offen, der theoretisch das Prägen gefälschter ZEC ermöglicht hätte. Im Juni wurde er gepatcht, ohne Hinweise auf eine Ausnutzung — doch der Prospekt räumt offen ein, dass es keinen kryptografischen Weg gibt, um auszuschließen, dass vor dem Patch etwas ausgenutzt wurde. Auch Preismethodik und Fondsverwalter sind noch offen — Details, die die SEC in den nächsten Prüfungsschritten wohl einfordern wird.



