Großbritannien vereint 54 Banken und Börsen für Markttokenisierung

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Großbritannien vereint 54 Banken und Börsen für Markttokenisierung

Das britische Finanzministerium übergab Rachel Reeves einen Zwölfmonatsplan für Repos, Anleihen und Fonds auf der Blockchain, mit BlackRock, JPMorgan, Coinbase und Ripple an Bord — bis zu 33 Milliarden Pfund jährlich.

Das britische Finanzministerium hat etwas Unbequemes eingeräumt: Wer zu lange zögert, dem wandert die Infrastruktur für tokenisierte Repos, Anleihen und Fonds ab — nach New York, Singapur oder Dubai. Um das zu verhindern, übergab Chris Woolard, im Finanzministerium zuständig für digitale Großhandelsmärkte, am 13. Juli einen von 54 Finanzunternehmen unterstützten Bericht an Schatzkanzlerin Rachel Reeves.

Die Liste der Unterzeichner ist ungewöhnlich: BlackRock, JPMorgan, Goldman Sachs, Morgan Stanley, Barclays und HSBC stehen neben Coinbase, Ripple, Kraken und Circle. Dass klassische Banken und Krypto-Börsen sich auf dieselben Regeln einigen, kommt selten vor.

Der Plan ist einfach zusammengefasst: Abwicklung von Repos, Anleiheemissionen und Fondsverwaltung von Papier und geschlossenen Datenbanken auf die Blockchain verlagern. Tokenisierung meint hier keine spekulativen Coins, sondern einen digitalen Anspruch auf einen realen Vermögenswert — eine Anleihe oder einen Fondsanteil —, der sich sofort übertragen, verpfänden oder verkaufen lässt, statt Tage auf die Abwicklung durch Zwischenhändler zu warten.

Die Kennzahl des Berichts: bis zu 33 Milliarden Pfund (rund 44 Milliarden Dollar) zusätzliche jährliche Wirtschaftsleistung, dazu 14 Milliarden Pfund Steuereinnahmen — allerdings erst bis 2035 und nur, wenn Großbritannien sich einen relevanten Anteil an einem Markt für tokenisierte Vermögenswerte sichert, den der Bericht selbst bis dahin auf 88 Billionen Dollar taxiert.

  • Tokenisiertes Repo-Geschäft ist der erste Markt, der aus der Sandbox in den Live-Betrieb wechselt
  • Anträge auf die neue FCA-Zulassung können ab dem 30. September 2026 gestellt werden
  • Das vollständige Kryptoregime nach dem FSMA soll im Oktober 2027 starten

Hinter den Zahlen steckt ein Wettlauf zwischen Standorten. Ähnliche Vorstöße laufen bereits in den USA und der EU, und der Bericht spricht das offen aus: Setzt London den Standard nicht als Erstes, legen sich Liquidität und Regeln anderswo fest. Der Startschuss ist gefallen — die nächsten zwölf Monate zeigen, wer wirklich baut und wer nur Absichtserklärungen unterschreibt.

Fragen und Antworten

Häufig gestellte Fragen zum Thema des Artikels

Was bedeutet „Tokenisierung“ in diesem britischen Plan?

Es geht nicht um Kryptowährungen, sondern darum, klassische Instrumente — Repos, Anleihen, Fondsanteile — in digitaler Form auf einer Blockchain abzubilden, die sich sofort übertragen, verpfänden oder verkaufen lässt, statt tagelang auf die Abwicklung durch Zwischenhändler zu warten.

Wer gehört zur britischen Tokenisierungs-Koalition?

54 Organisationen, darunter die Banken BlackRock, JPMorgan, Goldman Sachs, Morgan Stanley, Barclays und HSBC, die Börsen LSEG, ICE und Cboe sowie die Krypto-Unternehmen Coinbase, Ripple, Kraken und Circle. Geleitet wird das Projekt von Chris Woolard, im Finanzministerium zuständig für digitale Großhandelsmärkte.

Wie viel könnte die Tokenisierung der britischen Wirtschaft bringen?

Der Bericht schätzt bis zu 33 Milliarden Pfund (rund 44 Milliarden Dollar) zusätzliche jährliche Wirtschaftsleistung und 14 Milliarden Pfund Steuereinnahmen — allerdings als Prognose für 2035, abhängig davon, welchen Marktanteil Großbritannien tatsächlich erreicht.

Was passiert in den kommenden Monaten?

Tokenisiertes Repo-Geschäft wird als erster Markt von der Testphase in den Live-Betrieb überführt. Anträge auf die FCA-Zulassung können ab dem 30. September 2026 gestellt werden, das vollständige Kryptoregime nach dem FSMA soll im Oktober 2027 starten.