Die New Yorker Finanzaufsichtsbehörde NYDFS hat Circle eine Treuhandlizenz mit begrenztem Zweck erteilt. Das Dokument ging an eine Tochtergesellschaft des USDC-Emittenten, die Circle Internet Trust Company LLC, die künftig als Circle New York Trust firmiert.
Die Lizenz erlaubt Circle, treuhänderische Dienste, Verwahrung und Vermögensverwaltung nach dem New Yorker Bankrecht anzubieten. Einlagen entgegennehmen oder Kredite vergeben darf das Unternehmen weiterhin nicht — es handelt sich nicht um eine klassische Banklizenz, sondern um einen Treuhandstatus für die Verwahrung und Verwaltung fremder Vermögenswerte.
Es ist nicht Circles erste Begegnung mit der New Yorker Aufsicht. Die NYDFS hatte dem Unternehmen 2015 bereits die allererste BitLicense überhaupt erteilt. Drei Wochen zuvor hatte Circle zudem die föderale Genehmigung des US Office of the Comptroller of the Currency (OCC) zur Gründung einer nationalen Treuhandbank erhalten. Das Unternehmen verfügt nun gleichzeitig über einen bundesweiten und einen bundesstaatlichen Treuhandstatus — eine Kombination, die derzeit nur wenige Stablecoin-Emittenten vorweisen können.
Konkurrenten wie Coinbase, BitGo, Paxos und MoonPay halten schon länger New Yorker Treuhandlizenzen, sodass die Lizenz für Circle eher eine Lücke schließt als einen Durchbruch darstellt. Zusammen mit der föderalen OCC-Genehmigung stärkt sie jedoch die Position von USDC — die Marktkapitalisierung des Stablecoins liegt über 71,8 Milliarden US-Dollar — als eines der am stärksten regulierten Assets der Branche. Circle-Gründer und CEO Jeremy Allaire bezeichnete die Lizenz als langjähriges Unternehmensziel und betonte die dadurch gewonnene regulatorische Klarheit.
Der Markt reagierte gelassen: Die Circle-Aktie (NYSE: CRCL) notierte am Freitag ohne größere Ausschläge bei rund 64 US-Dollar. Das Rennen der Stablecoin-Emittenten um möglichst viele Lizenzen geht jedoch weiter — und je strenger die US-Regulierung wird, desto mehr zählt es, gleichzeitig einen föderalen und einen bundesstaatlichen Status zu besitzen.



