Google DeepMind hat mit Gemini 4 Carbon ein neues KI-Flaggschiffmodell vorgestellt, das Sicherheitslücken im Code finden und beheben soll. Das teilte der Senior Vice President des Unternehmens, Koray Kavukcuoglu, am 28. Oktober im Firmenblog mit.
Laut Google erkennt das Modell im SEC-bench-Pro-Test Schwachstellen in echtem Code mit einer Genauigkeit von 88,2 Prozent und wandelt im ExploitGym-Test 54,8 Prozent der gefundenen Lücken in funktionierende Angriffe um. Die Erfolgsquote von Angriffen, die Befehle im Text verstecken, um das Modell zu täuschen (Prompt Injection), sank im Gray-Swan-Test auf 0 Prozent, beim Vorgängermodell Argon lag sie bei 0,7 Prozent.
Google gibt Carbon stufenweise frei. Ab dieser Woche erhalten zunächst ausgewählte Sicherheitsexperten Zugang, danach Partner des Fairwind-Programms und erst später Entwickler und Verbraucher. Das Unternehmen begründete dies mit der Teilnahme am freiwilligen Testprogramm der US-Regierung für Modelle vor deren Veröffentlichung.
Der Einführungspreis liegt bei 2 US-Dollar pro Million Eingabe-Token und 10 US-Dollar pro Million Ausgabe-Token, zwischengespeicherte Token kosten 95 Prozent weniger, teilte das Unternehmen mit. Nach der Einführungsphase steigen die Preise auf 4 beziehungsweise 20 US-Dollar.
Im Artificial Analysis Intelligence Index v5 erreichte Carbon 59 Punkte gegenüber 50 bei Argon und belegte damit Platz eins unter allen Modellen. Die Genauigkeit stieg von 48 auf 58 Prozent, die Falschangabenquote wuchs jedoch von 4 auf 11 Prozent.
Argon, das vorherige Gemini-4-Flaggschiff, hatte Google am 1. Oktober nach langer Verzögerung veröffentlicht.


