EU sucht Standorte für sieben KI-Gigafabriken für 10 Mrd. Euro

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EU sucht Standorte für sieben KI-Gigafabriken für 10 Mrd. Euro

Die EU-Kommission hat eine Ausschreibung für sieben KI-Gigafabriken zum Training großer Modelle gestartet und setzt 10 Milliarden Euro öffentlicher Gelder ein, um den Rückstand zu den USA und China zu verkleinern.

Brüssel hat es satt, fremde Clouds zu mieten. Die EU-Kommission hat eine Ausschreibung für sieben KI-Gigafabriken gestartet — Rechenzentren, die speziell für das Training großer Sprachmodelle konzipiert sind, nicht für alltägliche Rechenlast. Der Plan setzt 10 Milliarden Euro öffentliche Gelder ein, weitere rund 20 Milliarden sollen von privaten Investoren und Mitgliedstaaten kommen.

Angebote werden bis zum 12. November angenommen, die Gewinner werden Anfang 2027 bekanntgegeben, und der Bau soll unmittelbar nach Vertragsunterzeichnung beginnen. Nach dem Zeitplan der Kommission sollen die ersten Standorte bis Mitte 2028 in Betrieb gehen. Zehn Länder haben bereits Interesse bekundet — Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Tschechien, Dänemark, Finnland, Griechenland, Portugal und Spanien —, wobei sich sowohl einzelne Länder als auch länderübergreifende Konsortien bewerben können.

Jede Gigafabrik muss mindestens 100.000 hochmoderne KI-Chips beherbergen — ein Vielfaches dessen, was derzeit in der EU überhaupt läuft. Nvidia, AMD und Qualcomm haben bereits Absichtserklärungen zur Hardwarelieferung unterzeichnet, die Abhängigkeit von US-Chipherstellern verschwindet also nicht — was sich ändert, ist, wo die Chips physisch stehen und wer die Daten kontrolliert, die durch sie laufen.

Die Logik ist einfach: Alle fünf großen Cloud-Anbieter, die Europa nutzt, sind US-Unternehmen. Das bedeutet, dass die Daten für das Training europäischer KI-Modelle routinemäßig durch eine dem US-Recht unterliegende Infrastruktur laufen. Die geschäftsführende Vizepräsidentin der Kommission, Henna Virkkunen, nannte den Zugang zu eigener Rechenleistung eine „strategische Notwendigkeit" für den Kontinent.

Der Plan hat echte Schwachstellen. Strom kostet in Europa zwei- bis dreimal so viel wie in den USA oder China, was den Betrieb solcher Anlagen von vornherein weniger wettbewerbsfähig macht. Frankreichs Präsident Macron beklagte separat, dass Europa noch immer zu wenige starke einheimische KI-Unternehmen habe, um die Hardware sinnvoll zu nutzen. Und die Idee der Gigafabriken selbst wurde seit ihrer Ankündigung auf dem Pariser KI-Gipfel im Februar 2025 bereits mehrfach verschoben, weshalb Skepsis gegenüber dem Zieltermin 2028 durchaus berechtigt ist.

Fragen und Antworten

Häufig gestellte Fragen zum Thema des Artikels

Was ist eine KI-Gigafabrik?

Es handelt sich um ein Rechenzentrum mit mindestens 100.000 hochmodernen Chips, das speziell für das Training großer KI-Modelle gebaut wird, nicht für alltägliche Cloud-Aufgaben.

Wie viel Geld gibt die EU, und woher kommt der Rest der Finanzierung?

Die EU stellt 10 Milliarden Euro aus ihrem Haushalt bereit, weitere rund 20 Milliarden Euro werden von privaten Investoren und Mitgliedstaaten erwartet, was die Gesamtinvestition auf etwa 30 Milliarden Euro bringt.

Welche Länder bewerben sich um die Ansiedlung der Gigafabriken?

Zehn Länder haben Interesse bekundet: Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Tschechien, Dänemark, Finnland, Griechenland, Portugal und Spanien. Bewerbungen können von einzelnen Ländern oder länderübergreifenden Konsortien kommen.

Warum betrachtet die EU diese Investition als strategische Notwendigkeit?

Alle fünf großen Cloud-Anbieter in Europa sind US-Unternehmen, sodass Daten für das Training europäischer KI-Modelle regelmäßig durch dem US-Recht unterliegende Infrastruktur laufen — eine Abhängigkeit, die Brüssel verringern will.