ESMA will Verwahrung von USDT in der ganzen EU verbieten

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ESMA will Verwahrung von USDT in der ganzen EU verbieten

Die EU-Aufsicht ESMA bittet Brüssel, eine MiCA-Lücke zu schließen: Lizenzierten Börsen könnte künftig nicht nur der Verkauf von USDT verboten werden, sondern auch dessen Verwahrung und Transfer für EU-Kunden.

Brüssel prüft eine Regel, die weit über alles hinausgehen würde, womit Krypto-Börsen in Europa bislang konfrontiert waren. Am 30. September schickte die EU-Wertpapieraufsicht ESMA der Europäischen Kommission ein Paket mit Änderungsvorschlägen zu MiCA, dem Kryptogesetz der Union — und ein Punkt trifft den Kern des Geschäfts jeder großen Börse: ein vollständiges Verbot, Stablecoins ohne MiCA-Zulassung zu verwahren oder zu transferieren, nicht nur sie zu verkaufen.

Die aktuelle Regelung ist einigermaßen widersprüchlich. MiCA verbietet lizenzierten Plattformen bereits, nicht autorisierte Stablecoins neuen EU-Käufern anzubieten — deshalb nahm Binance USDT 2025 vom europäischen Handel, und Revolut strich Tethers Token im Sommer 2026 für seine Kunden. Doch eine Lücke blieb: Das Halten oder Bewegen eines Tokens zählt nicht als 'öffentliches Angebot', weshalb Binance, Coinbase, Kraken, Gemini und Bitstamp EU-Kunden weiterhin USDT verwahren und auszahlen ließen.

Genau diese Lücke will die ESMA schließen. Der Vorschlag würde im Gesetz selbst festschreiben, dass Verwahrung, Transfers, die Annahme als Sicherheit und Umtauschdienste durch ein lizenziertes Unternehmen für nicht konforme Stablecoins ausgeschlossen sind. Für normale Nutzer ist der Unterschied gewaltig: Heute lässt sich USDT noch von einer EU-Börse abziehen, doch wenn die Änderung kommt, dürfen lizenzierte Plattformen den Token überhaupt nicht mehr auf dem Konto eines Kunden halten — es bliebe nur die Selbstverwahrung oder der Wechsel zu Offshore-Plattformen.

Stablecoins sind nicht das einzige Thema des Schreibens. Die ESMA will zudem die Befugnis, Vermögenswerte bei Verdacht auf Marktmanipulation einzufrieren, strengere Regeln für Krypto-Werbung durch Influencer und einen neuen lizenzpflichtigen Dienst speziell für den Zugang zu DeFi-Protokollen. Doch gerade die Stablecoin-Klausel würde Millionen Europäer, die heute USDT halten, am härtesten treffen.

Vorerst ist das eine Empfehlung, kein Gesetz: Die Europäische Kommission kann sie vollständig übernehmen, abschwächen oder liegen lassen. Tether hat drei Monate später immer noch keine MiCA-Lizenz beantragt — und auf dem Spiel steht längst nicht mehr nur der Handel mit dem Token, sondern das grundlegende Recht, ihn innerhalb der EU überhaupt legal zu halten.

Fragen und Antworten

Häufig gestellte Fragen zum Thema des Artikels

Was genau hat die ESMA vorgeschlagen?

Am 30. September 2026 schickte die ESMA der Europäischen Kommission ein Paket von MiCA-Änderungen, die ein ausdrückliches Verbot für lizenzierte Firmen vorschlagen, Stablecoins ohne MiCA-Zulassung wie Tethers USDT zu verwahren, zu transferieren, als Sicherheit zu akzeptieren oder umzutauschen.

Ist das bereits Gesetz oder nur ein Vorschlag?

Bisher ist es nur eine Empfehlung im Rahmen der öffentlichen Konsultation der Europäischen Kommission zur Überarbeitung von MiCA. Die ESMA nannte kein konkretes Datum oder Verfahren — die Kommission kann den Vorschlag vollständig, teilweise übernehmen oder ablehnen.

Warum steht USDT im Zentrum des Problems?

Tether, der Emittent von USDT, hat bislang keine MiCA-Lizenz als E-Geld-Token beantragt. Dadurch ist USDT, der nach Marktkapitalisierung größte Stablecoin der Welt, in der EU nicht zugelassen — und genau deshalb das Hauptziel der neuen Beschränkungen.

Welche Börsen wären betroffen, falls das Verbot angenommen wird?

Vor allem MiCA-lizenzierte Plattformen, die weiterhin USDT ihrer Kunden verwahren und nur Auszahlungen erlauben: Binance, Coinbase, Kraken, Gemini und Bitstamp. Sie müssten die Verwahrung und den Transfer des Tokens für EU-Nutzer vollständig einstellen.