Die Ethereum Foundation teilte am 22. Oktober in einem Blogbeitrag mit, dass die Kernentwickler die Aktivierung des Glamsterdam-Updates im Testnetz Hoodi verschoben haben. Der Start war fuer den 26. Oktober geplant; die Entscheidung fiel bei der regulaeren Protokoll-Abstimmung ACDE #248.
Grund fuer die Verschiebung ist laut der Prueffirma ChainSecurity ein Risiko fuer bestehende Smart Contracts. Zwei Vorschlaege des Updates, EIP-8037 und EIP-8038, aendern die Gas-Abrechnung so, dass ein Vorgang, der bislang bei zu wenig Gas einfach rueckgaengig gemacht wurde, nachtraeglich genug Gas erhalten und ohne Rueckbuchung abschliessen koennte. Das koennte den Schutz gegen sogenanntes insufficient gas griefing schwaechen, eine Attacke, bei der jemand absichtlich zu wenig Gas mitgibt, damit ein Vorgang fehlschlaegt. In einem Beispiel von ChainSecurity wuerde das Anlegen eines neuen Speicherplatzes nach Erschoepfung eines separaten Gas-Kontingents 110.020 Gas kosten statt bisher 22.100.
ChainSecurity hatte am 13. Oktober erstmals gewarnt und bis zum 22. Oktober 13 reale Smart Contracts identifiziert, die betroffen sein koennten; welche Projekte das sind, nannte die Firma laut eigener Analyse nicht, da sie die Offenlegung direkt mit ihnen koordiniert.
Die Ethereum Foundation erklaerte, die Pause solle Zeit geben zu pruefen, wie EIP-8037 mit bereits auf dem Mainnet eingesetzten Vertraegen zusammenwirkt. Mit Glamsterdam verschoben sich auch die geplante Erhoehung des Gas-Limits in Hoodi auf 200 Millionen und die Aktivierung von Gloas auf Konsensebene; Node- und Validator-Betreiber von Hoodi sollten ihre Konfiguration aktualisieren, da der alte Aktivierungstermin nicht mehr gilt.
Einen neuen Termin fuer Hoodi gibt es bislang nicht, und der zuvor fuer Anfang Dezember diskutierte Mainnet-Start von Glamsterdam bleibt unbestaetigt. Auf dem separaten Testnetz Sepolia war Glamsterdam bereits am 6. Oktober erfolgreich aktiviert worden.


