Während Bo Hines den Digital-Assets-Rat im Weißen Haus leitete, verdiente seine eigene Beratungsfirma Geld bei genau dem Unternehmen, das am meisten von seiner Arbeit profitierte. Laut einer Recherche des Wall Street Journal zahlte Tether rund 6,3 Millionen Dollar an Nxum, eine Firma, die Hines gemeinsam mit seinem Vater und einem Partner besaß – just während Hines am GENIUS Act mitschrieb, dem Gesetz, das erstmals bundesweite Regeln für dollargedeckte Stablecoins schuf.
Die erste Zahlung, 2,49 Millionen Dollar über Bitfinex, ging im Mai 2025 ein, als Hines sein Regierungsamt noch innehatte. Danach floss das Geld regelmäßig weiter: etwa 415.000 Dollar im Monat, plus Extrazahlungen im Dezember 2025 und April 2026. Tether verhandelte sogar über einen Kauf von 25 Prozent an Nxum für 56 Millionen Dollar. Insgesamt kassierte Nxum rund 6,3 Millionen Dollar.
Im Juli 2025 unterschrieb Trump den GENIUS Act. Wenige Wochen später verließ Hines das Weiße Haus, und im August stellte Tether ihn ein, um die neue US-Sparte des Unternehmens zu leiten – ein Posten, den er bis heute innehat. Laut dem Journal setzte sich Hines dafür ein, die Übergangsfrist für die Umsetzung des Gesetzes von 18 auf 36 Monate zu verlängern – eine Änderung, die Tether deutlich mehr Zeit verschaffte als kleineren US-Konkurrenten.
Ein Nxum-Sprecher erklärt, Hines habe von der Tether-Vereinbarung während seiner Regierungszeit nichts gewusst und in dieser Zeit kein damit verbundenes Geld erhalten. Die Recherche belegt keinen Gesetzesverstoß. Doch die Abfolge der Ereignisse entspricht genau dem Muster, vor dem Kritiker bei der US-Kryptoregulierung seit Langem warnen.


