Südkorea blockiert die Websites von KuCoin, MEXC und 25 weiteren Börsen

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Südkorea blockiert die Websites von KuCoin, MEXC und 25 weiteren Börsen

Südkorea sperrt erstmals nicht nur Apps, sondern gleich die Websites von KuCoin, MEXC, Phemex, Bitrue und über zwanzig weiteren Offshore-Börsen. Abhebungen dürften nun schwieriger werden.

Südkoreas Behörden haben dem Land mit einer einzigen Entscheidung den direkten Zugang zu 27 Websites ausländischer Krypto-Börsen gekappt. Auf der Liste stehen KuCoin, MEXC, Phemex und Bitrue — und erstmals beschränkt sich die Maßnahme nicht auf mobile Apps: Auch der simple Zugriff über den Browser wird jetzt blockiert.

Die Entscheidung traf die Financial Intelligence Unit (FIU), nachdem die koreanische Kommission für Medien- und Kommunikationsstandards den Fall am 6. und 7. Oktober geprüft hatte. Rechtsgrundlage ist das Gesetz zur Meldung und Nutzung spezifischer Finanztransaktionsinformationen, Koreas Pendant zur Geldwäscheregulierung. Um Ziele zu bestimmen, prüften die Beamten drei Merkmale: eine koreanischsprachige Oberfläche, Werbung für koreanische Nutzer und die Unterstützung von Won-Zahlungen.

Neben KuCoin, MEXC, Phemex und Bitrue trifft es auch XT.com, CoinW, Poloniex, BTCC, BitMart, BingX und DigiFinex — insgesamt 27 Plattformen. Börsen, die rein vom Ausland aus operieren, verlieren schlicht den Website-Zugang im Inland; wer Server oder Personal in Korea unterhält, muss die Betreuung lokaler Kunden komplett einstellen.

Die heikelste Frage bleibt das Geld, das bereits auf diesen Börsen liegt. Die FIU räumte offen ein, dass Nutzer beim Abheben von Geldern auf Probleme stoßen könnten. Unterstützung soll über DAXA kommen, den Verbund lizenzierter koreanischer Börsen wie Upbit und Bithumb — allerdings nur, wenn die gesperrten Plattformen selbst zur Kooperation bereit sind, was keineswegs sicher ist.

Es ist nicht der erste Schlag gegen Offshore-Plattformen: 2025 wurden bereits 14 Apps aus dem App Store und 17 aus Google Play entfernt, Banken durften keine Überweisungen an unregistrierte Börsen mehr abwickeln oder Kartenzahlungen für Krypto-Käufe verarbeiten, und 44 Betreiber wurden an Ermittler übergeben. Jetzt kommt zu den App-Stores das normale Web hinzu — das Browser-Schlupfloch schließt sich.

Die Sperre selbst stoppt den Handel nicht physisch — mit einem VPN lässt sie sich in wenigen Minuten umgehen. Der eigentliche Effekt ist eher statistisch: Den größten Offshore-Börsen wird der bequeme, direkte Weg zu einem der aktivsten Retail-Kryptomärkte der Welt genommen, ohne dass jemandem Vermögen gewaltsam entzogen würde.

Fragen und Antworten

Häufig gestellte Fragen zum Thema des Artikels

Welche Börsen wurden in Südkorea blockiert?

Insgesamt 27 Websites, darunter KuCoin, MEXC, Phemex, Bitrue, XT.com, CoinW, Poloniex, BTCC, BitMart, BingX und DigiFinex. Gemeinsam ist allen: keine Registrierung nach Koreas Geldwäschegesetz.

Wer hat die Sperre angeordnet und auf welcher Rechtsgrundlage?

Südkoreas Financial Intelligence Unit (FIU), nachdem die koreanische Kommission für Medien- und Kommunikationsstandards den Fall am 6. und 7. Oktober 2026 geprüft hatte. Rechtsgrundlage ist Koreas Geldwäschegesetz zu spezifischen Finanztransaktionsinformationen.

Was passiert mit dem Geld der Nutzer auf den gesperrten Börsen?

Die FIU räumte ein, dass das Abheben von Geldern zum Problem werden könnte. Hilfe soll über DAXA kommen, den Verbund lizenzierter koreanischer Börsen — allerdings nur mit Kooperation der gesperrten Plattformen selbst, was nicht garantiert ist.

Lässt sich die Sperre umgehen, um diese Börsen weiter zu nutzen?

Technisch schon — die Website-Sperre lässt sich mit einem VPN in wenigen Minuten umgehen, und es handelt sich nicht um eine physische Beschlagnahmung von Vermögen. Der eigentliche Effekt besteht darin, großen Offshore-Börsen den einfachen, direkten Zugang zu koreanischen Nutzern zu nehmen, nicht den Handel komplett zu stoppen.