JPMorgan hat seinen Dollar-Token auf Ethereum ausgeweitet. Bisher lief JPM Coin nur auf Base, dem von Coinbase gebauten Netzwerk, und die Erweiterung behält dieselbe Einschränkung bei: Zugang haben nur zugelassene institutionelle Kunden, kein Privathandel, kein offener Markt für den Token.
JPM Coin ist kein klassischer Stablecoin, auch wenn er so funktioniert. Hinter jeder Einheit steht ein echtes Dollar-Guthaben bei JPMorgan — man kann ihn sich als digitale Quittung der Bank gegen die eigene Bilanz vorstellen. Überweisungen dauern Sekunden, rund um die Uhr, ohne die wochenend- und feiertagsbedingten Pausen klassischer Banküberweisungen.
Der Token läuft über Kinexys, die Blockchain-Sparte von JPMorgan, die bereits mehr als 4 Billionen Dollar abgewickelt hat und im Schnitt rund 7 Milliarden Dollar täglich bewegt. Emma Landriault, Leiterin von Kinexys Labs, bringt es auf den Punkt: Tokenisierte Finanzinfrastruktur sei keine Theorie mehr, sondern verändere bereits Liquidität, Abwicklung und Arbeitsabläufe. Ethereum habe man wegen der Liquidität des Netzwerks und der bestehenden Kundennutzung gewählt.
Die Bank sieht zwei Haupteinsatzbereiche: Krypto-Unternehmen können Onchain-Zahlungen abwickeln, Finanzinstitute Geschäfte abschließen oder Sicherheiten hinterlegen. Ein Einzelfall ist das nicht: JPM Coin kam im November auf Base, ein tokenisierter Geldmarktfonds startete im Dezember auf Ethereum, ein zweiter in diesem Frühjahr, und im Januar kündigte die Bank bereits einen Einsatz im Canton Network an.
Die Grenzen bleiben bestehen — ein geschlossener Garten für ausgewählte Kunden, kein offenes DeFi-Protokoll. Doch das Signal zählt: Die größte Bank der USA verlagert ihre Abwicklung weiter auf öffentliche Blockchains statt alles in privaten Registern zu halten, und das verschiebt schrittweise, was die Branche als Standardinfrastruktur betrachtet.


