China gründet WAICO — eine globale KI-Allianz ohne die USA und die EU

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China gründet WAICO — eine globale KI-Allianz ohne die USA und die EU

In Shanghai unterzeichneten 29 Länder, darunter Russland, Kasachstan und Pakistan, die Charta der World AI Cooperation Organization. Der Sitz liegt in Shanghai, große US- oder EU-Tech-Konzerne fehlten bei der Zeremonie.

Während sich das Silicon Valley darüber streitet, wer sein nächstes Spitzenmodell zuerst herausbringt, hat Peking still und leise 29 Länder zusammengetrommelt und mit ihnen die Charta einer brandneuen internationalen Organisation unterzeichnet. Die World AI Cooperation Organization, kurz WAICO, wurde am 16. Juli in Shanghai gegründet, mit Sitz in derselben Stadt und dem erklärten Ziel, die Entwicklung von KI "sicher, fair und für die gesamte Menschheit von Nutzen" zu machen.

Die Liste der Gründungsmitglieder ist bunt gemischt: Russland, Pakistan, Indonesien, Laos, Belarus, Serbien, Kuba, Venezuela, Kasachstan, dazu rund ein Dutzend weitere afrikanische und asiatische Staaten. UN-Generalsekretär António Guterres nahm an der Unterzeichnungszeremonie teil, China wurde von Außenminister Wang Yi vertreten. WAICO versteht sich als zwischenstaatliche Organisation, die "im Geiste der UN-Charta" handelt — eine Formulierung, die signalisieren soll, dass es sich um eine vollwertige internationale Organisation handelt und nicht bloß um ein Diskussionsforum.

Die Gründung fiel mit der Eröffnung der World AI Conference (WAIC) in Shanghai zusammen, zu der Präsident Xi Jinping erstmals seit Bestehen der Veranstaltung persönlich anreiste. Die Symbolik ist unübersehbar: China will als Architekt globaler KI-Regeln wahrgenommen werden, während Washington und Brüssel sich weiter auf engere Initiativen konzentrieren — mal KI-Sicherheitsgipfel, mal Regelwerke im Stil der MiCA-Verordnung.

Aufschlussreicher ist, wer fernblieb. Kein großer US- oder europäischer Technologiekonzern war bei der Unterzeichnung dabei — weder Google noch Microsoft noch OpenAI, auch keines ihrer europäischen Pendants. WAICO steht formal jedem Land offen, doch die ersten Mitglieder stammen vor allem aus dem Globalen Süden — genau jenen Märkten, in denen China bereits günstige Open-Source-Modelle als Alternative zu teureren westlichen Abos anbietet.

Faktisch entstehen damit zwei parallele Spuren der KI-Governance: eine rund um US-amerikanische und europäische Standards, eine andere rund um chinesische. Für Länder wie Kasachstan oder Pakistan ist der Beitritt zu WAICO weniger eine ideologische Aussage als ein praktischer Zugang zu günstigen Modellen und Infrastruktur, ohne sich westlichen Regulierungsrahmen unterzuordnen. Ob diese Spaltung symbolisch bleibt oder sich zu konkurrierenden technischen Standards verfestigt, werden die ersten Monate der neuen Organisation zeigen.

Fragen und Antworten

Häufig gestellte Fragen zum Thema des Artikels

Was ist WAICO?

Die World AI Cooperation Organization ist eine zwischenstaatliche Organisation, deren Charta am 16. Juli 2026 von 29 Ländern in Shanghai unterzeichnet wurde. Ihr Sitz ist Shanghai, das erklärte Ziel ist eine sichere, faire und für die gesamte Menschheit nützliche KI-Entwicklung.

Welche Länder sind Gründungsmitglieder?

Zu den 29 Gründungsmitgliedern zählen Russland, Pakistan, Indonesien, Laos, Belarus, Serbien, Kuba, Venezuela, Kasachstan sowie rund ein Dutzend afrikanischer und asiatischer Staaten. Große westliche Volkswirtschaften — USA, EU-Länder, Japan, Südkorea — fehlen auf der Liste.

Warum sind die USA und große Tech-Konzerne nicht dabei?

Für das Fernbleiben wurde kein offizieller Grund genannt — die Organisation steht formal jedem Land offen. Doch die USA und die EU bauen bereits eigene, engere KI-Governance-Mechanismen auf, und WAICO wird weithin als chinesisch geführte Initiative gesehen, die mit diesen Bemühungen konkurriert statt sie zu ergänzen.

Wie hängt das mit der WAIC-Konferenz in Shanghai zusammen?

Die WAICO-Charta wurde am Vorabend der Eröffnung der World AI Conference (WAIC) in Shanghai unterzeichnet, zu der Präsident Xi Jinping erstmals in der Geschichte der Veranstaltung persönlich anreiste. Das zeitliche Zusammenfallen zeigt, dass Peking die Konferenz und die neue Organisation als eine koordinierte politische Initiative betrachtet.