Der Finanzdienstleistungsausschuss des US-Repräsentantenhauses hat mit 28 zu 21 Stimmen einen Gesetzentwurf gebilligt, der die strategische Bitcoin-Reserve der USA von einer präsidialen Anordnung in Bundesrecht umwandeln soll. Das Vorhaben trägt den Namen American Reserve Modernization Act und geht auf den BITCOIN Act zurück, den Abgeordneter Nick Begich und Senatorin Cynthia Lummis im vergangenen Jahr eingebracht hatten.
Der Unterschied ist wichtig: Die Reserve existiert bislang nur, weil Trump sie per Dekret geschaffen hat — eine künftige Regierung könnte sie ebenso leicht wieder auflösen. Das neue Gesetz würde die Bestände dauerhaft im Finanzministerium verankern und einen separaten Digital Asset Stockpile für andere, durch Strafverfahren oder zivilrechtliche Beschlagnahmung eingezogene Kryptowerte schaffen. Die Coins müssten mindestens 20 Jahre lang unangetastet bleiben, und das Ministerium müsste vierteljährlich Reserveberichte sowie unabhängige Prüfungen veröffentlichen.
Der Bestand soll ausschließlich durch Beschlagnahmungen und "haushaltsneutrale" Strategien wachsen, nicht durch direkte Staatsausgaben. Washington hält bereits rund 324.500 BTC, aktuell etwa 24,7 Milliarden Dollar wert. Das Gesetz erlaubt zudem einzelnen Bundesstaaten, Bitcoin bei der Federal Reserve zu hinterlegen, und schützt ausdrücklich das Recht der Bürger auf Selbstverwahrung ihrer Coins.
Die Abstimmung verlief nicht ganz entlang der Parteilinien. Der Republikaner Bryan Steil nannte die Reserve eine "kluge Finanzstrategie", die das Defizit senke, während der Demokrat Bill Foster entgegnete, kaum jemand glaube wirklich, dass Bitcoin für die US-Wirtschaft entscheidend sei — ein Seitenhieb auf die Volatilität des Vermögenswerts. Der Entwurf muss noch das gesamte Repräsentantenhaus und anschließend den Senat passieren, wo bislang kein vergleichbares Gesetz verabschiedet wurde.



