Coldcard-Mk3-Bug leert 594 Bitcoin in 25 Minuten

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Coldcard-Mk3-Bug leert 594 Bitcoin in 25 Minuten

Ein Firmware-Fehler in Coldcard-Mk3-Wallets ermöglichte einem Angreifer, in unter 25 Minuten 594 BTC — rund 38 Millionen Dollar — von etwa 500 Adressen abzuziehen. Der Bug bestand unbemerkt seit 2021.

Kurz nach 1:31 Uhr UTC am 31. Juli leerte jemand rund 500 Bitcoin-Wallets, die auf Coldcard-Mk3-Geräten erstellt wurden. In weniger als 25 Minuten verschwanden 594 BTC — umgerechnet rund 38 Millionen Dollar — von Adressen, von denen viele jahrelang nicht angerührt worden waren.

Coinkite, der Hersteller von Coldcard, verweist auf einen Fehler in der eigenen Firmware. Ab Version 4.0.1 vom März 2021 bis hin zu 5.0.3 — dem letzten Build für den Mk3 — konnte das Gerät bei der Schlüsselerzeugung seinen Hardware-Zufallsgenerator umgehen und stattdessen vorhersehbare Daten verwenden: die Seriennummer des Chips und interne Zeitgeberwerte. Offiziell bestätigt hat Coinkite die Ursache noch nicht, doch unabhängige Blockchain-Forscher bringen den Abfluss bereits mit dieser schwachen Entropie in Verbindung.

Betroffen sind ausschließlich Mk3-Besitzer, die nie eine BIP-39-Passphrase eingerichtet haben — jenes zusätzliche „25. Wort", das aus einem vorhersehbaren Schlüssel etwas Unberechenbares macht. Die neueren Modelle Mk4, Q und Mk5 sind nicht betroffen.

Coinkite rät zu Eile ohne Hektik: umgehend eine starke, einzigartige BIP-39-Passphrase setzen, die Mittel auf einen neuen, auf einem nicht betroffenen Modell erzeugten Seed übertragen, und fortgeschrittene Nutzer können mit mindestens 99 Würfelwürfen auf Firmware 4.1.9 einen neuen Seed erzeugen. „Eine überstürzte Wallet-Migration kann ein unmittelbareres Risiko schaffen als das Problem, das man eigentlich lösen will", warnt das Unternehmen. Das Unbequeme an der Geschichte: Hardware-Wallets gelten als Goldstandard der Selbstverwahrung, gerade weil der Schlüssel den Chip nie verlässt — hier hat ein Firmware-Fehler dieses Versprechen fünf Jahre lang unbemerkt untergraben.

Fragen und Antworten

Häufig gestellte Fragen zum Thema des Artikels

Was ist mit den Coldcard-Mk3-Wallets passiert?

Am 31. Juli leerte ein Angreifer innerhalb von 25 Minuten 594 BTC (rund 38 Millionen Dollar) von etwa 500 Adressen, deren Schlüssel auf Coldcard-Mk3-Geräten erzeugt wurden. Viele dieser Wallets waren jahrelang nicht angerührt worden.

Welche Coldcard-Modelle sind betroffen?

Nur der Mk3, mit Firmware zwischen Version 4.0.1 (März 2021) und 5.0.3. Die neueren Modelle Mk4, Q und Mk5 sind nicht betroffen.

Was sollten Mk3-Besitzer jetzt tun?

Wurde nie eine BIP-39-Passphrase gesetzt, sollte sofort eine starke, einzigartige Phrase hinzugefügt und die Mittel auf einen neuen, auf einem nicht betroffenen Modell erzeugten Seed übertragen werden. Coinkite warnt, dass eine überstürzte Migration riskanter sein kann als die Schwachstelle selbst.

Hat Coinkite die genaue Ursache bestätigt?

Offiziell noch nicht. Das Unternehmen erklärt, die Untersuchung laufe noch, doch unabhängige Blockchain-Forscher bringen den Vorfall bereits mit einer schwachen Entropie bei der Schlüsselerzeugung auf dem Mk3 in Verbindung.