Michael Saylor verkauft Bitcoin, um Strategy-Dividenden zu zahlen

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Michael Saylor verkauft Bitcoin, um Strategy-Dividenden zu zahlen

Michael Saylors Strategy hat 1.638 Bitcoin für 104,7 Millionen Dollar verkauft, um Dividenden auf die STRC-Vorzugsaktien zu finanzieren. Analysten warnen, das Kapitalpolster schmelze schneller als gedacht.

Sieben Jahre lang lautete die Botschaft von Strategy: Michael Saylors Firma verkauft niemals Bitcoin. Diese Erzählung wird zunehmend brüchig. Zwischen dem 27. Juli und dem 3. August verkaufte das Unternehmen 1.638 BTC zu einem Durchschnittspreis von 63.957 Dollar und nahm dabei 104,7 Millionen Dollar ein.

Das Geld floss nicht in neue Käufe. 52,4 Millionen Dollar deckten die Dividendenzahlungen auf die STRC-Vorzugsaktien, weitere 52,3 Millionen Dollar dienten dem Rückkauf dieser Aktien. Nach dem Verkauf hält Strategy noch 842.138 BTC, rund 4 Prozent der gesamten jemals existierenden Bitcoin-Menge. Bei durchschnittlichen Anschaffungskosten von 63,5 Milliarden Dollar sitzt die Position inzwischen auf einem Buchverlust von fast 10,9 Milliarden Dollar.

Wichtig ist, STRC zu verstehen: eine Vorzugsaktie, die Strategy zur Kapitalbeschaffung ausgegeben hat, mit einer jährlichen Dividende von 12 Prozent, gekoppelt an einen Nennwert von 100 Dollar. Aktuell notiert sie bei etwa 89,4 Dollar, fast 11 Prozent unter diesem Nennwert. CryptoQuant-Chef Ki Young Ju schätzt, dass sich der Deckungspuffer für die Dividenden von sieben Jahren auf nur noch 14 Monate verkürzt hat. Sein Rat an das Unternehmen: keine weiteren Bitcoin-Käufe, stattdessen Barreserven aufbauen.

Nachdem online Gerüchte über eine angebliche Genehmigung zum Verkauf von Bitcoin im Wert von bis zu 5 Milliarden Dollar kursierten, wies Saylor das als "alte Nachricht in neuer Verpackung" zurück und betonte, das Unternehmen bleibe langfristig Netto-Käufer von Bitcoin. Dennoch ist dies der zweitgrößte Bitcoin-Verkauf von Strategy im Jahr 2026, nach dem Verkauf von 3.588 BTC Anfang Juli, und erst der dritte, seit das Unternehmen 2020 mit dem Ankauf begann, nach einem ersten symbolischen Verkauf von 32 Bitcoin im Juni.

Die Märkte reagierten kaum: Bitcoin fiel auf etwa 62.400 Dollar, MSTR-Aktien gaben vorbörslich rund 1,7 Prozent nach. Doch die Wende ist mehr als eine Randnotiz: Das Unternehmen, das "niemals verkaufen" zum Slogan machte, betreibt inzwischen eine Vorzugsaktien-Maschinerie, die auf frisches Kapital angewiesen ist, nicht nur auf steigende Bitcoin-Kurse.

Fragen und Antworten

Häufig gestellte Fragen zum Thema des Artikels

Was ist Strategy und wer ist Michael Saylor?

Strategy (ehemals MicroStrategy) ist ein börsennotiertes Unternehmen, das seit 2020 systematisch Bitcoin kauft und in der Bilanz hält. Michael Saylor ist Mitgründer und Executive Chairman und gilt seit Jahren als der lautstärkste Firmen-Fürsprecher von Bitcoin.

Warum verkaufte das Unternehmen Bitcoin, nachdem es das nie tun wollte?

Die 104,7 Millionen Dollar aus dem Verkauf von 1.638 BTC flossen nicht in neue Käufe, sondern deckten Dividendenzahlungen und Rückkäufe der STRC-Vorzugsaktien von Strategy — also laufende finanzielle Verpflichtungen.

Was ist STRC und warum ist ihr Kurs wichtig?

STRC ist eine Vorzugsaktie von Strategy mit einer versprochenen jährlichen Dividende von 12 Prozent auf einen Nennwert von 100 Dollar. Sie notiert aktuell bei etwa 89,4 Dollar, unter dem Nennwert, und laut CryptoQuant ist der Deckungspuffer für die Dividende von sieben Jahren auf nur 14 Monate geschrumpft.

Bedeutet das, dass Saylor den Glauben an Bitcoin verloren hat?

Saylor bestreitet das und betont, das Unternehmen bleibe langfristig Netto-Käufer. Analysten verweisen jedoch auf wachsenden Druck: Das Unternehmen muss nun Reserven verkaufen, um eigene Dividendenverpflichtungen zu erfüllen.

Wie viel Bitcoin besitzt Strategy noch, und wie ordnet sich dieser Verkauf ein?

Strategy hält weiterhin 842.138 BTC, rund 4 Prozent der gesamten künftigen Bitcoin-Versorgung. Es war der zweitgrößte Verkauf des Unternehmens im Jahr 2026, nach 3.588 BTC Anfang Juli, und erst der dritte seit Beginn des Ankaufs 2020.