New York stoppt als erster US-Staat den Bau von KI-Großrechenzentren

iEXExchanger
New York stoppt als erster US-Staat den Bau von KI-Großrechenzentren

Gouverneurin Kathy Hochul hat per Erlass die Genehmigungen für Rechenzentren ab 50 Megawatt für ein Jahr ausgesetzt. Grund sind die Belastung des Stromnetzes und steigende Energiekosten für Bürger.

New York hat als erster US-Bundesstaat den Bau riesiger Rechenzentren für künstliche Intelligenz gestoppt. Am Dienstag, dem 14. Juli, unterzeichnete Gouverneurin Kathy Hochul einen Erlass, der neue staatliche Umweltgenehmigungen für Anlagen ab 50 Megawatt für ein Jahr aussetzt — genau diese Schwelle definiert im Text den Begriff „Hyperscale“.

Der Stopp betrifft nur Anträge, die noch im Verfahren stecken; bereits genehmigte Projekte werden ganz normal weitergebaut. Alles andere muss mindestens zwölf Monate warten, während die staatliche Umweltbehörde einen umfassenden Bericht erstellt, der zeigt, wie viel Energie und Wasser solche Anlagen wirklich verbrauchen und welche Folgen das für Luftqualität und lokale Ökosysteme hat. Nach Ablauf der Pause reichen alte Unterlagen nicht mehr aus — Entwickler müssen die neuen Standards erfüllen und zusätzlich eine lokale Bauleitplanung durchlaufen.

Die Zahlen erklären die Eile. Aktuell warten 25 angemeldete Rechenzentren auf einen Netzanschluss, mit einem Gesamtbedarf von rund 9.340 Megawatt — vergleichbar mit dem Stromverbrauch mehrerer Großstädte zusammen. Anwohner beklagen seit Monaten steigende Stromrechnungen und Sorgen um das Trinkwasser, und genau auf diesen Druck reagiert Albany jetzt.

Über den Baustopp hinaus kündigte Hochul ein breiteres Maßnahmenpaket an: Binnen 60 Tagen soll ein „Community Investment Framework“ entstehen, das Kommunen hilft, Ausgleichszahlungen von Entwicklern auszuhandeln; ein möglicher Fonds zur Modernisierung des Stromnetzes wird geprüft, und ein Gesetz zur Abschaffung der Umsatzsteuerbefreiung für Rechenzentren ist in Arbeit. „New York wird mit den strengsten Standards des Landes für die Entwicklung von Rechenzentren vorangehen“, sagte Hochul, „damit die New Yorker mitverdienen, wenn Unternehmen dank New York erfolgreich sind.“

Politisch spaltet die Entscheidung erwartungsgemäß die Lager: Senatorin Kirsten Gillibrand unterstützte den Schritt und argumentierte, New Yorker hätten „ein Recht auf Mitsprache“, wie die Technologie ihr Leben verändert. Der republikanische Herausforderer im Gouverneursrennen, Bruce Blakeman, hält dagegen, solche Entscheidungen gehörten in die Hände der Kommunen und nicht des Bundesstaates. Während Washington weiterhin Milliarden in den Ausbau der KI-Infrastruktur im ganzen Land steckt, ist New York der erste Bundesstaat, der Entwicklern sagt: Wartet erstmal.

Fragen und Antworten

Häufig gestellte Fragen zum Thema des Artikels

Was genau hat New York ausgesetzt?

Der Bundesstaat hat neue staatliche Umweltgenehmigungen für Rechenzentren ab 50 Megawatt für ein Jahr eingefroren — genau diese Schwelle definiert der Erlass als „Hyperscale“. Projekte, die bereits alle Genehmigungen haben, werden ganz normal weitergebaut.

Wie lange dauert die Pause und was passiert danach?

Das Moratorium gilt für bis zu ein Jahr. In dieser Zeit erstellt der Bundesstaat einen umfassenden Umweltbericht darüber, wie sich solche Anlagen auf Stromnetz, Wasser und Luftqualität auswirken. Nach Ablauf der Pause können neue Projekte nur starten, wenn sie die aktualisierten Standards erfüllen und eine lokale Bauleitplanung erhalten.

Warum hat der Bundesstaat gerade jetzt gehandelt?

Aktuell warten 25 angemeldete Rechenzentren auf einen Netzanschluss, mit einem Gesamtbedarf von rund 9.340 Megawatt — vergleichbar mit dem Verbrauch mehrerer Großstädte zusammen. Anwohner beklagten steigende Stromrechnungen und Sorgen um das Trinkwasser, und genau darauf reagieren die Behörden jetzt.

Wie haben Politiker auf die Entscheidung reagiert?

Senatorin Kirsten Gillibrand unterstützte das Moratorium und sagte, New Yorker hätten ein Recht auf Mitsprache, wie die Technologie ihr Leben verändert. Der republikanische Herausforderer im Gouverneursrennen, Bruce Blakeman, meint dagegen, solche Entscheidungen gehörten in die Hände der Kommunen, nicht des Bundesstaates.

Welche weiteren Maßnahmen kündigte die Gouverneurin zusammen mit dem Baustopp an?

Binnen 60 Tagen soll ein „Community Investment Framework“ entstehen, das Kommunen hilft, Ausgleichszahlungen von Entwicklern auszuhandeln. Geprüft werden zudem ein Fonds zur Netzmodernisierung und ein Gesetz zur Abschaffung der Umsatzsteuerbefreiung für Rechenzentren.