OpenAI will eine Finanzierungsrunde von 30 Milliarden Dollar abschließen, bevor der größte Rivale überhaupt an die Börse geht. Laut Quellen, auf die sich Reuters und Bloomberg berufen, verhandelt das Unternehmen über eine Bewertung von mehr als 1,4 Billionen Dollar — ohne das frische Kapital selbst.
Sollte es bei diesen Konditionen bleiben, würde die Bewertung von OpenAI binnen sieben Monaten um 64% steigen: Im März hatte das Unternehmen eine Runde über 122 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von 852 Milliarden Dollar abgeschlossen. Diesmal sollen SoftBank und der Fonds MGX aus Abu Dhabi dabei sein, neben bestehenden Investoren.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Anthropic plant den Börsengang für Mitte November, und OpenAI will offenbar den eigenen Preis festlegen, bevor der Markt beide Unternehmen direkt vergleicht. Investoren zeigt OpenAI einen annualisierten Umsatz von 50 Milliarden Dollar nach dem Start von GPT-6 Astra, mit dem Ziel von 70 Milliarden bis Jahresende.
Selbst mit diesen Zahlen bedeutet eine Bewertung von 1,4 Billionen Dollar das 28-Fache des aktuellen Umsatzes, oder das 20-Fache der Jahresendprognose. Das ist ein außergewöhnlich hoher Multiplikator: Technologiekonzerne wie Microsoft oder Alphabet werden im Verhältnis zum Gewinn deutlich niedriger bewertet. Anthropic wiederum steigerte den Quartalsumsatz von 11,6 auf 16,8 Milliarden Dollar — schnell, aber in einer ganz anderen Größenordnung.
Endgültig ist noch nichts. Die Gespräche befinden sich in einem frühen Stadium, weder die Summe noch die Bewertung wurden offiziell bestätigt. OpenAI selbst hat den eigenen Börsengang auf 2027 verschoben und setzt vorerst auf privates Kapital.


