Googles Chip Willow irrt sich jetzt 40-mal seltener — und das reichte aus, damit die Krypto-Welt wieder über den Tag spricht, an dem ein Quantencomputer die Signaturen von Bitcoin knacken könnte.
Am 15. Oktober veröffentlichte das Team Google Quantum AI im Fachjournal Science die Ergebnisse einer Technik namens „Magic State Cultivation" — eine Methode, um die speziellen Quantenzustände zu „reinigen", die für fehlerkorrigiertes Rechnen nötig sind. Bisher fraß ihre Herstellung bis zu 95% der Kapazität eines Quantenchips. Die neue Methode brachte die Genauigkeit der gereinigten T-Zustände auf 99,99% — ein Rekord, erreicht mit einem Prozessor aus nur 105 physischen Qubits.
Für Bitcoin ist das keine abstrakte Sorge. Nach Schätzungen von Glassnode liegen etwa 6,04 Millionen BTC — fast 30% des gesamten Angebots, darunter 1,1 Millionen Coins, die Satoshi Nakamoto zugeschrieben werden — auf Adressen mit offengelegtem öffentlichem Schlüssel. Nach Googles eigenen Berechnungen vom März würde die Extraktion eines privaten Schlüssels aus einer solchen Adresse weniger als 500.000 physische Qubits erfordern. Diese Zahl bleibt vorerst unerreichbar, klingt aber nicht mehr nach Science-Fiction.
Panik gab es trotzdem nicht, denn Google hat keine Wallet geknackt — Quantenzustände vorzubereiten und einen privaten Schlüssel zu extrahieren sind grundverschiedene Aufgaben. Nic Carter von Castle Island Ventures nannte die Bedrohung nicht akut und verwies auf die technischen Hürden, die ein Laborexperiment noch von einem funktionierenden Quantencomputer trennen. Alex Pruden von Project Eleven ergänzte, das Experiment habe eher bestehende Ressourcenschätzungen bestätigt, als den Zeitplan für den „Q-Day" vorzuziehen — Forscher verorten ihn weiterhin irgendwo zwischen 2028 und 2031.
Google selbst will bis 2029 auf postquantenfeste Kryptografie umsteigen, und Coinbase veröffentlichte diese Woche eine eigene Prioritätenliste für die Signatur-Migration von Bitcoin. Die eigentliche Frage ist nicht, ob das Netzwerk morgen geknackt wird, sondern ob sich die Branche schneller auf ein Signatur-Update einigen kann, als die Labore die technische Lücke schließen.


