Ab dem 15. August ist Krypto-Mining in Moskau, der Region Moskau und Teilen der Region Kursk offiziell verboten — weder zu Hause noch in Industrieanlagen, nicht einmal die Teilnahme an einem Mining-Pool aus der Ferne. Premierminister Michail Mischustin unterzeichnete Dekret Nr. 936 am 25. Juli, es gilt bis Ende 2032 — fast sieben Jahre.
Die offizielle Begründung ist nicht politisch, sondern technisch. Zuständige Behörden verweisen darauf, dass in der Region bereits 65 Rechenzentren mit einer Gesamtkapazität von 734 MW laufen, während der gesamte Stromverbrauch der Miner ein Gigawatt überschritten hat — vergleichbar mit einer kleinen Stadt. Netzbetreiber warnten schon länger, dass Moskaus Stromnetz an seiner Grenze arbeitet, und die Grenzregion Kursk leidet wegen der Kämpfe in der Nähe unter besonders instabiler Stromversorgung.
Das Verbot trifft nicht nur Industrieanlagen mit Reihen von ASIC-Minern. Es umfasst auch die Teilnahme an Mining-Pools — wer sich physisch in der Sperrzone aufhält, darf formal auch nicht aus der Ferne minen, selbst wenn die Hardware anderswo steht.
Es ist nicht die erste solche Maßnahme. Seit Januar 2025 ist Mining bereits in zehn Regionen des Nordkaukasus und in annektierten Gebieten verboten — aus demselben Grund: Netzbelastung wiegt schwerer als Steuereinnahmen aus dem Mining. Jetzt kommen die Hauptstadt und ihre Region hinzu — der größte Markt des Landes.
Auch die Strafen für nicht registriertes Mining werden verschärft: Ein diskutierter Gesetzentwurf sieht Geldstrafen bis zu 2,5 Millionen Rubel und Haftstrafen bis zu fünf Jahren vor. Vor diesem Hintergrund wurde am 30. Juli Igor Runez, Gründer von BitRiver, einem der größten Mining-Hosting-Anbieter Russlands, in Untersuchungshaft genommen — wegen eines separaten Betrugsfalls über 12,5 Millionen Dollar, formal ohne Bezug zum Dekret, was die Nervosität in der Branche jedoch zusätzlich anheizt.
Für Miner, die bislang bei Moskau operierten, stellt sich nun die Frage, wohin mit der Hardware. Billiger Strom und freie Kapazitäten konzentrieren sich weiterhin in Sibirien und im russischen Fernen Osten — dorthin, so erwarten Marktteilnehmer, wird in den kommenden Monaten der Großteil der verdrängten Anlagen abwandern.



