Die Bank von Russland hat ihr erstes offizielles Register von Unternehmen veröffentlicht, die im Land mit Kryptowährungen arbeiten dürfen. VTB, Zefir, Sistema Crypto und T Invest Lab stehen als Betreiber von Handelsplattformen auf der Liste, während Sberbank, VTB, Atomyze, Voltari und Cloud Infrastructure als digitale Verwahrer registriert wurden.
Der Schritt folgt auf das Gesetz zur digitalen Währung, das Präsident Putin im August unterzeichnete, wobei das Regelwerk selbst am 1. September in Kraft trat. Zuvor existierte Krypto in Russland in einer Grauzone: Schürfen und Halten von Coins war nie illegal, aber der Handel über Banken und lizenzierte Plattformen war schlicht unmöglich.
Anleger ohne Status als qualifizierter Investor dürfen nun jährlich höchstens 300.000 Rubel in Kryptowährungen über einen einzelnen Vermittler kaufen — und das erst nach einem bestandenen Risikotest. Qualifizierte Anleger haben kein Limit, müssen den Test aber ebenfalls ablegen.
Sberbank, bereits als Verwahrer registriert, will Handel und Aufbewahrung von Bitcoin, Ether und USDT für Kunden am 1. Dezember starten. Es wäre das erste Mal, dass eine systemrelevante russische Bank Krypto-Dienste offiziell einem breiten Privatkunden-Publikum anbietet statt nur einer Handvoll institutioneller Akteure.
Der Kontrast zu Washington ist kaum zu übersehen: Ein vergleichbares Gesetz, der CLARITY Act, steckt seit Monaten im US-Senat fest. Russland wählte einen anderen Weg und baute seinen Kryptomarkt per Top-down-Entscheidung von Zentralbank und Staatsbanken auf, statt auf einen Marktkonsens zu warten. Ob die internationale Krypto-Infrastruktur mit Börsen unter Aufsicht einer sanktionierten Bank wie Sberbank zusammenarbeiten will, bleibt eine offene Frage.



