Weniger als zwei Monate nach dem Rekord-Börsengang über 86 Milliarden Dollar hat SpaceX erstmals Zahlen für Aktionäre vorgelegt. Die Bilanz erzählt zwei unterschiedliche Geschichten: Das Kerngeschäft wächst schneller als von der Wall Street erwartet, der Bitcoin-Bestand dagegen bremste das Ergebnis.
Der Umsatz im zweiten Quartal lag bei 7,8 Milliarden Dollar und damit deutlich über den erwarteten 6,9 Milliarden. Der Nettoverlust verringerte sich auf 541 Millionen Dollar von zuvor 1 Milliarde, und das bereinigte EBITDA verdreifachte sich fast auf 3,5 Milliarden Dollar, getragen von Raketenstarts, Starlink und dem wachsenden KI-Geschäft. Auch die Investitionsausgaben fielen mit 18,4 Milliarden Dollar höher aus als erwartet.
Beim Bitcoin sah es anders aus. SpaceX hält 18.712 BTC und verkaufte im Quartal keine einzige Münze. Der Bitcoin-Kurs fiel in diesem Zeitraum jedoch um rund ein Drittel, sodass der Wert der Reserve zum 30. Juni auf 1,1 Milliarden Dollar sank — von 1,64 Milliarden Ende Dezember. Auf dem Papier ein Minus von 540 Millionen Dollar.
Wichtig ist, was diese Zahl tatsächlich bedeutet: Es handelt sich um eine Neubewertung zum Marktpreis, keinen realisierten Verlust — üblich für jedes Unternehmen, das Kryptowerte in der Bilanz führt. Die Coins sind weiterhin vorhanden, und gemessen am Einstandspreis von rund 661 Millionen Dollar liegt die Position insgesamt weiterhin deutlich im Plus. Dennoch erinnert ein derart sichtbarer Buchverlust bei einem großen Unternehmenshalter Anleger daran, wie volatil solche Treasury-Wetten auf dem Papier wirken können.
Die Marktreaktion verlief zweigeteilt: Die Aktie schloss die reguläre Sitzung fast 10 Prozent im Plus, fiel dann aber nachbörslich nach Veröffentlichung des Berichts um 6 bis 7 Prozent. Das Timing spielt eine Rolle: Der Bericht kam zwei Tage vor einer großen Aktien-Freigabe am 6. August, bei der rund 912 Millionen Aktien von Mitarbeitern und frühen Investoren verkäuflich werden — offenbar preist der Markt das bereits ein.
SpaceX ist nicht das einzige Musk-Unternehmen mit Bitcoin in der Bilanz — Tesla hält 11.509 BTC. Beide zählen zu den größten Unternehmenshaltern von Bitcoin und verfolgen dieselbe Linie: durchhalten statt bei Kursrückgängen zu verkaufen. Ob das so bleibt, falls der Bitcoin-Kurs in den kommenden Quartalen weiter fällt, ist offen.



