Bisher konnte man in der Schweiz bitcoin über einen Fonds nur kaufen, wenn man als professioneller Anleger galt oder sich mit einem schuldrechtlich strukturierten Produkt, einem sogenannten ETP, zufriedengab — rechtlich etwas ganz anderes als ein klassischer Fonds. Das ändert sich jetzt: Die Schweizer Finanzmarktaufsicht FINMA hat den ersten Bitcoin-ETF des Landes genehmigt, den jede Privatperson wie eine normale Aktie an der Börse kaufen kann.
Das Produkt wird als „übriger Fonds für alternative Anlagen” mit erhöhtem Risiko eingestuft — eine eigene Kategorie im Schweizer Kollektivanlagenrecht. Fonds dieser Kategorie müssen ihre Mittel normalerweise auf verschiedene Anlagen verteilen, statt sich auf eine zu konzentrieren. Für bitcoin machte die FINMA eine Ausnahme und verwies auf dessen „lange Handelsgeschichte und besonders hohes Handelsvolumen” im Vergleich zu anderen digitalen Vermögenswerten.
Die Aufsicht stellte unmissverständlich klar, was die Genehmigung nicht bedeutet: bitcoin ist dadurch nicht plötzlich sicherer geworden. Die Volatilität bleibt hoch, und Anleger können weiterhin einen erheblichen Teil ihres Geldes verlieren. Die FINMA legte zudem Anforderungen an Verwahrung und Offenlegung für Käufer fest.
Namen des Fondsmanagers oder ein Starttermin wurden nicht genannt — die FINMA kommentiert grundsätzlich keine einzelnen Institute. Weitere Anbieter sollen bereits eigene Anträge eingereicht haben, sodass in der Schweiz bald mehrere konkurrierende Bitcoin-Fonds auf den Markt kommen könnten.
Zum Vergleich: Bereits 2021 gab es in der Schweiz einen Krypto-Fonds, der allerdings nur qualifizierten Anlegern offenstand — also vermögenden Privatpersonen und Finanzprofis. Erstmals bekommt nun ein gewöhnlicher Privatsparer direkten, regulierten Zugang zu bitcoin über einen Fonds, ohne diese Vermögenshürde nehmen zu müssen.


