Thailands Börsenaufsichtsbehörde SEC hat am 8. Oktober elf neue Regeln veröffentlicht, die lokalen Vermögensverwaltern den Weg zu börsengehandelten Fonds auf Bitcoin und Ether ebnen. Der Handel an der Börse Thailand startet am 16. Oktober.
Die Vorgaben sind streng. Jeder Fonds muss passiv verwaltet werden und mindestens 80% des Nettovermögens in einer einzigen zugelassenen Kryptowährung halten — vorerst sind das nur Bitcoin und Ether, ausgewählt wegen ihrer Liquidität, Marktakzeptanz, Netzwerksicherheit und ihres Track Records beim Anlegerschutz. Die Verwahrung muss bei einem lokal lizenzierten Verwahrer liegen; ausländische Verwahrer sind vorerst nicht zugelassen. Broker dürfen keine Kredite für den Kauf von Fondsanteilen vergeben — dieselbe Regel gilt bereits für den direkten Kryptohandel an Börsen.
Ein zweites Regelpaket trifft ausländische Produkte. Die SEC blockiert vorübergehend Hinterlegungsscheine auf ausländische Krypto-ETFs und untersagt Brokern, diese Fonds gewöhnlichen Privatkunden anzubieten — nur Institutionen und sehr vermögende Anleger behalten diesen Zugang. Die Begründung der Behörde ist unverblümt: Sie will dem lokalen Markt Raum zum Wachsen geben und thailändische Fondsmanager stärken, statt die Nachfrage ins Ausland abwandern zu lassen. Thailändische Investment- und Privatfonds dürfen unterdessen erstmals in heimische Krypto-ETFs investieren — zuvor war das nur mit ausländischen Produkten möglich.
Vor dem Kauf müssen Anleger ein Schulungsmodul absolvieren und bestätigen, dass sie die Risiken verstehen. Das ist keine reine Formalität: Thailand hat weltweit die höchste Krypto-Adoptionsrate pro Kopf, rund 20%, gegenüber etwa 13% in den USA — und die Aufsicht fürchtet sichtlich, dass spekulatives Geld in ein Produkt strömt, das viele nicht wirklich durchschauen.
Für thailändische Vermögensverwalter sind die neuen Regeln eine Chance, Kunden zurückzugewinnen, die bislang Bitcoin direkt an Börsen oder über ausländische Fonds gekauft haben. Für gewöhnliche Anleger ist es ein stärker kontrollierter Weg, sich dem Kryptomarkt auszusetzen, ohne eine Wallet oder private Schlüssel verwalten zu müssen.



