Wells Fargo verhandelt mit Kraken-Mutter über Krypto-Liquidität

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Wells Fargo verhandelt mit Kraken-Mutter über Krypto-Liquidität

Wells Fargo, eine Bank mit 2,3 Billionen Dollar an Vermögenswerten, verhandelt mit Payward, der Kraken-Muttergesellschaft, über Krypto-Liquidität für Kunden. Ein Abschluss steht noch aus.

Wells Fargo, eine Bank mit 2,3 Billionen Dollar an Vermögenswerten, verhandelt mit Payward — der Muttergesellschaft von Kraken — über die Bereitstellung von Liquidität für den Krypto-Handel. Das berichten mit den Gesprächen vertraute Personen.

Das diskutierte Modell folgt einem Muster, das sich gerade häuft: „Rent the Rails". Payward würde über seinen institutionellen Arm Kraken Prime die Ausführung, Verwahrung, Compliance und Abwicklung übernehmen. Wells Fargo behielte die Kundenbeziehung und die eigene Marke im Vordergrund. Kein eigener Market-Making-Tisch, kein Verwahrungstresor, keine separate Lizenz — die technische Arbeit bleibt bei Kraken.

Bislang ist nichts unterschrieben. Es gibt weder eine Summe noch eine Liste der verfügbaren Coins, und beide Unternehmen lehnten eine Stellungnahme ab. Die Quellen sprachen unter der Bedingung der Anonymität, da die Details als vertraulich gelten.

Payward hat bereits eine ähnliche Vereinbarung mit der Neobank SoFi, verkündet Anfang September. Parallel verhandelt das Unternehmen über eine breitere Partnerschaft mit BNY Mellon, die neben dem Handel auch Verwahrung, Vermögensverwaltung und Zahlungen umfassen soll. Im September investierte Nasdaq 100 Millionen Dollar in Payward bei einer Bewertung von 21 Milliarden Dollar — ein Deal, bei dem ausgerechnet Wells Fargo als Berater von Nasdaq auftrat. Die beiden Seiten kennen sich also bereits.

Immer mehr Banken kommen zum selben Schluss: Eine Krypto-Börse von Grund auf zu bauen, kostet Jahre und Milliarden, und das Reputationsrisiko nach einem Hack oder einer Klage lohnt das Alleingang-Experiment nicht. Infrastruktur zu mieten löst beide Probleme auf einmal. Die Kehrseite: Eine Handvoll Krypto-Plattformen wie Payward wird still und leise zum unsichtbaren Fundament der traditionellen Finanzwelt.

Kommt der Deal zustande, könnten Wells-Fargo-Kunden Kryptowährungen direkt aus ihrer gewohnten Banking-App heraus handeln — und das Rennen um den Titel des wichtigsten Rails-Anbieters der Wall Street wird noch enger.

Fragen und Antworten

Häufig gestellte Fragen zum Thema des Artikels

Was bedeutet das „Rent the Rails“-Modell hier?

Dabei baut die Bank keine eigene Krypto-Börse, sondern bindet sich an die Infrastruktur eines Partners an: Kraken Prime übernimmt Ausführung, Verwahrung und Compliance, die Bank behält die Oberfläche und ihre Marke.

Ist der Deal bereits unterschrieben?

Nein. Die Gespräche laufen noch, es gibt keine endgültige Einigung, und sowohl Wells Fargo als auch Payward lehnten eine offizielle Stellungnahme ab.

Wer arbeitet noch mit Payward zusammen?

Das Unternehmen hat bereits eine Vereinbarung mit der Neobank SoFi, verhandelt über eine breitere Partnerschaft mit BNY Mellon, und im September investierte Nasdaq 100 Millionen Dollar in Payward bei einer Bewertung von 21 Milliarden.

Warum entscheiden sich Banken für dieses Modell statt eine eigene Börse zu bauen?

Der Aufbau einer Börseninfrastruktur von Grund auf kostet Jahre und Milliarden, und das Reputationsrisiko nach einem Hack oder einer Klage macht den Alleingang zu riskant.