Alibaba will an fremden Gewinnen mit Qwen mitverdienen

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Alibaba will an fremden Gewinnen mit Qwen mitverdienen

Alibaba plant neue Regeln für Qwen: Große Unternehmen, die damit als kostenpflichtiger Dienst Geld verdienen, sollen Umsatz abgeben. Die Höhe steht noch nicht fest — Moonshot AI verlangt bereits bis zu 30%.

Reuters berichtete diese Woche unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Quellen, dass Alibaba ein neues Monetarisierungsmodell für die nächste offene Version seiner Qwen-Familie vorbereitet. Derzeit werden die Qwen3-Modelle unter der Apache-2.0-Lizenz veröffentlicht: Jeder kann die Gewichte herunterladen, anpassen, auf eigenen Servern betreiben und sogar damit Geld verdienen, ohne Alibaba etwas zu zahlen. Mit Qwen3.8-Max könnte sich das ändern.

Qwen3.8-Max ist das größte Modell, das Alibaba je als Open Source veröffentlicht hat: 2,4 Billionen Parameter insgesamt, von denen dank einer Mixture-of-Experts-Architektur bei jeder Anfrage rund 95 Milliarden aktiv sind. Nach dem diskutierten Plan müssten große Unternehmen, die den Zugang zum Modell als Dienst weiterverkaufen und damit nennenswerte Umsätze erzielen, einen separaten Geschäftsvertrag mit einem Anteil für Alibaba abschließen. Der genaue Prozentsatz steht noch nicht fest, die Verhandlungen laufen.

Neu ist die Idee in Chinas KI-Branche nicht. Konkurrent Moonshot AI wendet für sein Modell Kimi K3 bereits etwas Ähnliches an: Übersteigt der kombinierte Umsatz eines Partners aus dem Weiterverkauf des Modells 20 Millionen Dollar innerhalb von zwölf Monaten, greift eine verpflichtende Vereinbarung, und Moonshots Anteil kann Berichten zufolge bis zu 30% erreichen. Chinasoft International und DigitalOcean sollen bereits solche Verträge unterzeichnet haben.

Bisher verdiente Alibaba mit Qwen vor allem über die eigene Cloud — der Zugang per API war kostenpflichtig, während der Betrieb der offenen Gewichte anderswo kostenlos blieb. Anleger scheinen den Schritt positiv aufzunehmen: Die Alibaba-Aktie stieg nach Bekanntwerden der Nachricht im vorbörslichen Handel in New York um 4,5% und in Hongkong um fast 7%.

Für den Rest der Open-Source-KI-Community ist das ein Signal, das man im Auge behalten sollte. Wenn Chinas größte Labore anfangen, genau dort Gebühren zu verlangen, wo ein Modell für jemanden tatsächlich Geld einbringt, bleibt die Kostenlosigkeit offener Gewichte womöglich nur so lange bestehen, wie ein Projekt ein Hobby ist.

Fragen und Antworten

Häufig gestellte Fragen zum Thema des Artikels

Was genau ändert Alibaba an der Qwen-Lizenz?

Qwen3-Modelle werden derzeit unter der Apache-2.0-Lizenz veröffentlicht, sodass jeder sie kostenlos herunterladen, anpassen und kommerziell einsetzen kann. Alibaba bereitet für sein nächstes offenes Modell ein anderes Modell vor: Große Unternehmen, die Zugang zu Qwen als kostenpflichtigen Dienst verkaufen und damit erhebliche Umsätze erzielen, müssten einen separaten Geschäftsvertrag mit Umsatzbeteiligung abschließen.

Wie viel müssten Unternehmen zahlen?

Der genaue Satz steht noch nicht fest, die Verhandlungen mit großen Partnern laufen noch. Als Orientierung kann das Kimi-K3-Modell von Konkurrent Moonshot AI dienen: Ab einer Schwelle von 20 Millionen Dollar kombiniertem Umsatz innerhalb von zwölf Monaten greift eine verpflichtende Vereinbarung, wobei Moonshots Anteil Berichten zufolge bis zu 30% erreichen kann.

Wen würde das wirklich betreffen?

Der Plan zielt auf große Weiterverkäufer ab — Cloud-Anbieter und Dienste, die für andere Unternehmen ein Geschäft auf Basis von Qwen aufbauen. Kleinere Entwickler und Forscher, die das Modell kostenlos für eigene Zwecke nutzen, scheinen von den neuen Bedingungen nicht betroffen zu sein.

Wie hat der Markt auf die Nachricht reagiert?

Positiv. Nach dem Reuters-Bericht stieg die Alibaba-Aktie im vorbörslichen Handel in New York um 4,5% und an der Hongkonger Börse um fast 7% — ein Zeichen dafür, dass Anleger darin einen glaubwürdigen Weg sehen, die offene KI-Strategie des Unternehmens zu monetarisieren.