Im Frühjahr 2026 erschütterte ein Skandal die britische Politik: Krypto-Unternehmer Christopher Harborne überwies 6,7 Millionen Dollar an Nigel Farages Reform UK. Als die Summe bekannt wurde, trat Farage zurück. Einer seiner weiteren Unterstützer war George Cottrell, ein wegen Betrugs vorbestrafter Mann. Premier Keir Starmer reagierte schnell und verhängte ein vorübergehendes Moratorium auf Krypto-Spenden an Parteien.
Den Labour-Abgeordneten geht das nicht weit genug. Liam Byrne, Vorsitzender des parlamentarischen Ausschusses für Wirtschaft und Handel, führt eine fraktionsübergreifende Antikorruptions-Gruppe an. Am 9. Juli hatten bereits mehr als 20 Parlamentsmitglieder den Änderungsantrag zum Volksvertretungsgesetz unterschrieben. Am 14. Juli kehrt der Entwurf ins Parlament zurück.
Der Antrag umfasst mehr als ein Krypto-Verbot. Er schlägt auch niedrigere Obergrenzen für nationale Wahlkampfausgaben vor, strengere Offenlegungspflichten für neu gegründete Parteien und schärfere Kontrollen von Spenden mit möglicher ausländischer Herkunft. Der Farage-Skandal wurde zum Hebel für eine umfassendere Reform der Parteienfinanzierung.
Der Gegensatz zu den USA ist auffällig. Dort pumpten Krypto-PACs im Wahlzyklus 2024 legal Hunderte Millionen in Wahlkämpfe. Wenn das britische Parlament den Antrag annimmt, wäre das Vereinigte Königreich eine der ersten großen Demokratien, die Kryptowährungen formell aus der Parteienfinanzierung ausschließt.
Die Transparenz der Blockchain erklärt, warum Krypto-Spenden so leicht zum Angriffsziel werden: Transaktionen sind öffentlich, Beträge schwer zu verbergen, und Token-Flüsse lassen sich weit einfacher verfolgen als Bargeld.



