Am 7. Juli hat Eli Ben-Sasson, CEO und Mitgründer von StarkWare, eine Idee ins Spiel gebracht, die in der Krypto-Community für hitzige Debatten sorgt: Bitcoins hartes 21-Millionen-Limit abschaffen und durch eine jährliche Ausgaberate von 4% ersetzen.
Sein Argument basiert auf konkreten Zahlen. Von den möglichen 21 Mio. BTC sind bereits 20,05 Mio. gemint. Laut Schätzungen von Ledger und River Financial sind 3 bis 4 Millionen Coins dauerhaft verloren — Schlüssel vergessen, Wallets vernichtet, Eigentümer verstorben. Das 21-Mio.-Limit würde damit langfristig zur Zahl ohne Inhalt: Coins existieren im Ledger, aber niemand kann sie ausgeben.
Die vorgeschlagene Rate von 4% orientiert sich am globalen Bevölkerungswachstum und soll das tatsächlich verfügbare Angebot stabil halten. Gleichzeitig löst sie ein weiteres Problem: Nach 2140, wenn die Block-Subventionen auslaufen, muss das Netzwerk seine Sicherheit allein aus Transaktionsgebühren finanzieren — ob das reicht, ist offen.
Die Community reagierte harsch. Für Bitcoin-Maximalisten ist das 21-Mio.-Limit ein sozialer Vertrag, kein technischer Parameter. Kritiker wiesen darauf hin, dass verlorene Coins das Angebot faktisch verknappen, ohne Verkaufsdruck zu erzeugen, und dass die Teilbarkeit bis zum Satoshi jede Inflation überflüssig macht.
Zooko Wilcox, Gründer von Zcash, schlug einen Mittelweg vor: Coins verbrennen und nach vier Jahren neu ausgeben, ohne das Gesamtlimit anzutasten. Ben-Sasson bevorzugt es, die Ausgaberate zu begrenzen, nicht den absoluten Gesamtbetrag.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Bitcoin seine Versorgungsregeln tatsächlich ändert, ist minimal — dazu bräuchte es Konsens unter Entwicklern, Minern und Node-Betreibern, die historisch sehr konservativ sind. Der Vorschlag wird wahrscheinlich ein Gedankenexperiment bleiben. Doch die Frage, die er aufwirft, ist real: Wer finanziert die Netzwerksicherheit, wenn die Subventionen weg sind?



