CoinEx stellt nach neun Jahren den Betrieb ein

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CoinEx stellt nach neun Jahren den Betrieb ein

Die Hongkonger Börse CoinEx schließt nach neun Jahren: sinkende Handelsvolumina und steigende Compliance-Kosten geben den Ausschlag. Auszahlungen sind bis zum 22. Dezember möglich.

CoinEx reiht sich in die Liste der Börsen ein, die aufgeben. Die 2017 in Hongkong gegründete Plattform, die mehrere Marktzyklen überstanden hat, kündigte am 15. September ihre endgültige Schließung an.

Gründer und CEO Haipo Yang machte klar, woran es lag: Eine Börse zu betreiben, hat sich wirtschaftlich nicht mehr gelohnt. Handelsvolumen und Liquidität in der Branche schrumpfen, während die regulatorischen Anforderungen in einer Jurisdiktion nach der anderen schneller wachsen, als die Einnahmen sie decken können. "Unbegrenztes Risiko für begrenzten Ertrag zu tragen, ist keine rationale Entscheidung mehr", sagte Yang.

Die Abwicklung erfolgt in Etappen. Seit dem 15. September werden keine neuen Registrierungen mehr angenommen, Futures laufen nur noch im Reduce-only-Modus, Empfehlungsprämien entfallen. Am 22. September schließen Margin-Handel, Krypto-Kredite, Staking und die meisten Einzahlungswege. Am 29. September endet der Spot-Handel zusammen mit der hauseigenen Blockchain CoinEx Smart Chain, verbleibende CET-Token werden automatisch zu 0,005 US-Dollar zurückgekauft. Auszahlungen bleiben bis zum 22. Dezember möglich — danach wandern verbliebene USDT-Guthaben in eine unabhängige Verwahrung mit einer monatlichen Gebühr von 5 % auf das ursprüngliche Guthaben, Ansprüche können bis August 2028 geltend gemacht werden.

CoinEx betont, dass die Reserven der Börse mehr als 100 % der Kundenverbindlichkeiten decken — das Geld selbst ist also nicht das unmittelbare Problem. Das Vertrauen in die Plattform hatte allerdings schon vorher gelitten: Im Juni berichtete die Analysefirma TRM Labs, dass über CoinEx seit 2019 mehr als 3,8 Milliarden US-Dollar an Zahlungsströmen mit Bezug zu iranischen Akteuren geflossen seien, darunter Transaktionen mit der sanktionierten Börse Nobitex. CoinEx bestritt direkte Geschäftsbeziehungen zu iranischen Behörden und versprach schärferes Geoblocking und Transaktionsüberwachung.

CoinEx steht damit dieses Jahr nicht allein: BitMEX schloss nach elf Jahren, BitMart nach neun. Das ist kein Zufall — die Compliance-Kosten in verschiedenen Jurisdiktionen steigen schneller, als sich die Handelsvolumina nach dem langen Abschwung erholen, und für mittelgroße Börsen ohne diversifiziertes Geschäft erweist sich diese Kombination als tödlich.

Fragen und Antworten

Häufig gestellte Fragen zum Thema des Artikels

Warum schließt CoinEx?

Das Unternehmen nennt sinkende Handelsvolumina und Marktliquidität sowie steigende Compliance-Kosten in mehreren Jurisdiktionen als Gründe. Gründer Haipo Yang sagte, unbegrenztes Risiko für begrenzten Gewinn zu tragen, ergebe keinen Sinn mehr.

Was passiert mit den Guthaben der Nutzer?

CoinEx erklärt, die Reserven der Börse deckten mehr als 100 % der Kundenverbindlichkeiten. Auszahlungen bleiben bis zum 22. Dezember 2026 möglich; danach wandern verbleibende USDT-Guthaben in eine unabhängige Verwahrung mit einer monatlichen Gebühr von 5 %.

Bis wann kann man Geld von CoinEx abheben?

Das Auszahlungsfenster bleibt bis zum 22. Dezember 2026 geöffnet. Andere Dienste — Margin-Handel, Staking, Kredite — schließen früher, gestaffelt zwischen dem 15. und 29. September.

Hängt die Schließung mit den Ermittlungen zu iranischen Transaktionen zusammen?

CoinEx nennt offiziell Markt- und Regulierungsfaktoren als Grund, nicht eine bestimmte Ermittlung. Im Juni 2026 berichtete TRM Labs jedoch, dass über die Börse seit 2019 mehr als 3,8 Milliarden US-Dollar mit Bezug zu iranischen Akteuren geflossen seien — das hatte das Vertrauen in die Plattform bereits beschädigt.