Freiwillige finden mit KI fast 5000 Bugs im Bitcoin-Code

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Freiwillige finden mit KI fast 5000 Bugs im Bitcoin-Code

In 27 Stunden setzten Freiwillige KI auf 390 Open-Source-Bitcoin-Projekte an und fanden 4.962 Lücken, 85 davon kritisch. Auslöser war ein Diebstahl von über 100 Mio. Dollar bei Coldcard.

Sechzehn Entwickler haben in weniger als dreißig Stunden den Bitcoin-Code durchforstet und dabei fast fünftausend potenzielle Sicherheitslücken gefunden. Fünfundachtzig davon stuften sie als kritisch ein — Fehler, die theoretisch erlauben würden, eine Wallet ohne jegliches Zutun des Besitzers leerzuräumen.

Auslöser war das Debakel um die Hardware-Wallets Coldcard Mk3. Ende Juli stellte sich heraus, dass die Firmware seit 2021 einen Fehler im Zufallszahlengenerator mit sich schleppte: Statt Entropie aus der Hardware-Quelle zu beziehen, griff das Gerät gelegentlich auf einen vorhersehbaren Software-Generator zurück. Angreifer, die den geschwächten Schlüsselraum kartierten, zogen aus betroffenen Wallets mehr als 100 Millionen Dollar ab — ganz ohne physischen Zugriff auf das Gerät.

Das brachte eine Freiwilligengruppe namens Bitcoin Red Team ins Handeln. Angeführt von einem Cashu-Entwickler unter dem Pseudonym Calle und Rob Hamilton, Chef von AnchorWatch, verzichtete das Team auf die klassische Zeile-für-Zeile-Prüfung und setzte KI-Modelle auf 390 Open-Source-Repositories an — Wallets, Kryptobibliotheken, Infrastrukturcode. Das Tempo: rund 180 Funde pro Stunde, also etwa ein kritischer Bug pro Person und Stunde. Allein die Rechenleistung soll bis zu 10.000 Dollar täglich gekostet haben.

Das Tempo hatte seinen Preis. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung waren erst 21,4 Prozent der Funde tatsächlich reproduziert und bestätigt. Das heißt nicht, dass der Rest erfunden ist — vieles ist schlicht noch nicht beim richtigen Maintainer gelandet —, aber es heißt eben auch nicht, dass alle 4.962 Einträge echte Lücken sind. Calle brachte es auf den Punkt: "die Lage ist extrem schlecht", und entschuldigte sich bei den Entwicklern für die Flut an Meldungen. Das Team versuchte, kritische Funde zunächst privat zu melden, doch die schiere Menge überforderte etliche Projektbetreuer.

Es ist ein handfester Beweis dafür, dass KI-Werkzeuge in altem Code Dinge finden, die menschliche Prüfer jahrelang übersehen haben — der Coldcard-Fehler blieb fünf Jahre unentdeckt. Doch dasselbe Tempo verschiebt nur den Engpass: Nicht mehr das Aufspüren der Lücken ist der langsame Teil, sondern die Kapazität der Maintainer, sie zu verifizieren.

Fragen und Antworten

Häufig gestellte Fragen zum Thema des Artikels

Was ist das Bitcoin Red Team?

Das ist eine Gruppe von 16 freiwilligen Entwicklern, die nach dem Coldcard-Vorfall KI-Modelle auf 390 offene Bitcoin-Projekte angesetzt hat. Geleitet wird sie vom Entwickler Calle und Rob Hamilton von AnchorWatch.

Was hat dieses Audit ausgelöst?

Auslöser war ein Fehler in den Coldcard-Mk3-Hardware-Wallets: Der Zufallszahlengenerator verhielt sich seit 2021 vorhersehbar, wodurch Angreifer über 100 Millionen Dollar ohne physischen Zugriff auf die Geräte abziehen konnten.

Bedeutet das, dass alle 4.962 Funde echte Lücken sind?

Nein. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung waren nur 21,4 % der Funde reproduziert und bestätigt. Viele der übrigen warten schlicht auf die Prüfung durch die Maintainer, die endgültige Zahl echter Lücken dürfte also deutlich unter 4.962 liegen.

Sollten sich Bitcoin-Nutzer jetzt Sorgen machen?

Gefundene kritische Bugs werden zunächst privat an die betroffenen Projekte gemeldet, bevor sie öffentlich werden. Diese Meldung beschreibt keine akute Gefahr für gewöhnliche Wallet-Besitzer, zeigt aber, dass alter Open-Source-Code regelmäßig geprüft werden sollte, nicht nur nach einem großen Hack.