Die Bank of England hat HSBC grünes Licht für den Live-Betrieb in ihrer Digital Securities Sandbox gegeben – dem regulatorischen Testfeld, in dem Banken Anleihen per Blockchain statt über die üblichen Papierregister begeben und abwickeln dürfen. HSBC ist das erste Institut, das diese Hürde nimmt: Seit dem 15. Juli läuft die Plattform HSBC Orion offiziell als Verwahrstelle für digitale Wertpapiere.
Über Orion hat die Bank weltweit bereits digitale Anleihen im Wert von knapp 5 Milliarden Dollar begeben. Jetzt kommt ein deutlich heikleres Instrument hinzu: DIGIT, Großbritanniens erste digitale Staatsanleihe. Das Pilotprojekt kündigte der Schatzkanzler beim Mansion-House-Dinner an, die Emission ist für Anfang 2027 geplant.
HSBC und die London Stock Exchange Group haben zudem vereinbart, ihre Verwahrstellen direkt zu verknüpfen: Anleger können die Anleihe künftig über die Infrastruktur beider Unternehmen kaufen, statt an den Emittenten gebunden zu sein. Für einen Staatsanleihenmarkt, der noch auf Papierregistern und T+1-Abwicklung beruht, ist das ein echter Einschnitt – läuft der Pilot glatt, könnte ein breiterer Umzug britischer Staatsschulden auf die Blockchain folgen.
Die Sandbox von Bank of England und FCA läuft bis Januar 2029, HSBCs Status ist also keine dauerhafte Lizenz, sondern das Recht, das Modell zuerst mit echtem Geld zu testen. Was danach passiert, entscheidet die Aufsicht: ein vollständiger Rollout digitaler Staatsanleihen oder ein Experiment, das eines bleibt.



