Sieben Monate lang hat Südkoreas Finanzaufsicht geschwiegen. Jetzt verlangt sie endlich Antworten vom Mutterkonzern von Upbit. Die Financial Supervisory Service (FSS) hat Dunamu offiziell mitgeteilt, dass ein Sanktionsverfahren eröffnet wird — fast acht Monate, nachdem Hacker rund 44,5 Milliarden Won, umgerechnet knapp 30 Millionen Dollar, an Solana-basierten Werten aus Upbits Hot Wallet abgezogen hatten.
Der Einbruch geschah in der Nacht zum 27. November 2025 und dauerte gerade einmal 54 Minuten. Verdächtigt wird die nordkoreanische Lazarus-Gruppe, offiziell bestätigt wurde das aber nie. Dunamu deckte den Großteil des Schadens, etwa 38,6 Milliarden Won, aus eigenen Reserven und konnte rund 2,3 bis 2,6 Milliarden Won der gestohlenen Gelder einfrieren. Der größere Image-Schaden entstand jedoch durch das Timing: Upbit informierte über den Hack erst, nachdem am selben Tag die Fusion mit Naver Financial verkündet worden war — Regulierer und Nutzer werteten das als Versuch, diese Meldung nicht zu überschatten.
Die siebenmonatige Prüfung der FSS förderte sowohl Sicherheitslücken bei der Börse als auch Verzögerungen bei der Offenlegung zutage. Was eine echte Strafe bremst, ist eine Lücke im Gesetz: Südkoreas Gesetz zum Schutz der Nutzer virtueller Vermögenswerte enthält keine direkten Vorschriften, um Börsen für Hacks oder Systemausfälle zu bestrafen. Eine zweite Phase des Digital Asset Basic Act soll diese Lücke schließen, wird aber noch entworfen. Bis dahin muss jede Sanktion einen Prüfungsausschuss, die Wertpapieraufsicht und die Financial Services Commission durchlaufen — auf eine schnelle Geldstrafe darf man also nicht warten.
Es ist bereits der zweite größere Hot-Wallet-Hack bei Upbit innerhalb von sechs Jahren, und die Börse ist nach Handelsvolumen weiterhin die größte des Landes. Parallel prüft die FSS den Konkurrenten Bithumb wegen Fragen zur Bitcoin-Zuteilung. Wie dieser Fall ausgeht, könnte den ersten echten Präzedenzfall dafür schaffen, wie hart Korea Börsen für Sicherheitsversagen bestrafen will — einen solchen gab es bislang nicht.



