E*TRADE-Kunden können jetzt direkt aus ihrem gewöhnlichen Brokerage-Konto Bitcoin, Ether und Solana kaufen. Morgan Stanley, dem die Plattform gehört, hat damit ein Projekt abgeschlossen, das schon im September 2025 angekündigt wurde — zwischen dem Pilotprogramm im Mai und dem vollständigen Rollout am 16. Juli lagen fast zehn Monate.
Der Mechanismus ist simpel: Jede Order kostet pauschal 0,5 %, ohne versteckten Spread-Aufschlag. Krypto-Positionen erscheinen im selben Dashboard wie Aktien und Anleihen, doch Verwahrung und Abwicklung übernimmt der externe Anbieter Zero Hash — die Coins liegen also nicht in der Bilanz von Morgan Stanley, sondern auf verknüpften Zero-Hash-Konten. Eine Übertragung der gekauften Assets auf ein externes Wallet ist derzeit noch nicht möglich; diese Funktion soll erst später 2026 kommen.
„Die Bedürfnisse unserer Kunden verändern sich, sie wollen investieren, handeln, Bankgeschäfte erledigen und für die Zukunft planen — alles an einem Ort", sagte E*TRADE-Chef Matt Jones. Chad Turner, verantwortlich für die Plattformen von Morgan Stanley Wealth Management, bezeichnete den Start als weiteren Schritt der digitalen Strategie der Bank.
Für Morgan Stanley ist das kein Einzelschritt. Im Januar beantragte die Bank Spot-ETFs auf Bitcoin und Solana, im April prüfte sie die Tokenisierung von Vermögenswerten und legte einen Geldmarktfonds für Stablecoin-Emittenten auf. Mitte Juli hielt die Bank bereits mehr als 5.700 BTC im eigenen Bestand, rund 1.000 davon wurden in den zwei Wochen vor dem E*TRADE-Start gekauft.
Dass Solana als drittes Asset gewählt wurde, ist kein Zufall — es signalisiert, dass die Bank dieses Trio als eigenständige Anlageklasse behandelt und nicht als Zugeständnis an die Bitcoin-Nachfrage. Eine feste Gebühr ohne Spread-Aufschlag ist ein direkter Angriff auf Coinbase, Kraken und Robinhood, die den Retail-Kryptohandel seit Jahren dominieren. Vorerst öffnet sich die Tür aber nur in eine Richtung: Kaufen geht, der Ausstieg ohne Zwischenhändler ist frühestens Ende des Jahres möglich.



