Paradigm, einer der einflussreichsten Wagniskapitalgeber der Krypto-Branche, hat seinen vierten Fonds mit 1,2 Milliarden Dollar geschlossen. Diesmal geht das Mandat weit über Blockchain hinaus: Künstliche Intelligenz, Robotik und Frontier-Technologien gehören nun offiziell dazu.
Das Unternehmen wurde von Matt Huang, ehemaliger Partner bei Sequoia Capital, und Fred Ehrsam, Coinbase-Mitgründer, aufgebaut. Gemeinsam verwalten sie rund 12 Milliarden Dollar. Die früheren Fonds waren ausschließlich auf Krypto ausgerichtet. Der vierte bricht damit: Erste Investitionen umfassen Zipline (autonome Drohnenlieferung, 7,6 Mrd. USD), das Raumfahrt-Verteidigungsstartup True Anomaly und das unabhängige KI-Labor Nous Research.
Die Logik des Kurswechsels ist klar. KI schluckte im zweiten Quartal 2026 etwa 70% aller Wagniskapitalinvestitionen, während Bitcoin im gleichen Zeitraum rund 30% verlor. Ein rein auf Krypto ausgerichtetes Mandat lässt die besten Deals liegen, wenn ambitionierte Gründer an der Schnittstelle von Blockchain und maschinellem Lernen arbeiten. Framework Ventures sammelte letzten Monat 400 Millionen mit ähnlichem Mandat; Haun Ventures integrierte im Mai erstmals KI-Investitionen in seinen milliardenschweren Fonds.
Das bestehende Krypto-Portfolio bleibt unangetastet — Hyperliquid, Kalshi und Tempo, die gemeinsam mit Stripe gegründete Stablecoin-Blockchain, sind alle Teil des neuen Vehikels. Was einst eine leise Neuausrichtung war, ist jetzt eine klare Ansage: Die Grenze zwischen Krypto-VC und Tech-VC löst sich auf.



