Seit heute, dem 6. Juli, können Revolut-Kunden in der EU und im EWR kein USDT mehr kaufen. Ab dem 30. Juli akzeptiert die Plattform keine neuen USDT-Einzahlungen mehr. Am 31. August werden alle verbliebenen Guthaben automatisch zum dann gültigen Marktpreis in Fiatgeld umgewandelt — ohne Vorwarnung und ohne Wahlmöglichkeit für den Nutzer.
Auslöser war das vollständige Inkrafttreten von MiCA am 1. Juli. EU-lizenzierte Kryptoplattformen dürfen ab sofort nur noch Stablecoins anbieten, deren Emittenten eine Zulassung als E-Geld-Institut besitzen. Tether hat auf diese Zulassung verzichtet. CEO Paolo Ardoino begründete das wiederholt: Die Vorschrift, mindestens 60 % der Reserven in Bankeinlagen zu halten, schaffe erhebliche Liquiditätsrisiken für den weltgrößten Stablecoin mit über 140 Milliarden Dollar im Umlauf. Tether wählte den Erhalt seines Reservemodells — auf Kosten des europäischen Marktzugangs.
Revolut verfügt über eine CASP-Lizenz der zypriotischen Behörde CySEC und muss die MiCA-Regeln einhalten. Ein Spielraum bestand nicht. Für eine Plattform mit Dutzenden Millionen europäischer Nutzer bedeutet das, einen der meistgehaltenen Krypto-Assets des Kontinents aus dem Angebot zu nehmen.
Circle's USDC ist der klare Gewinner: Er besitzt die vollständige MiCA-E-Geld-Zulassung und bleibt auf regulierten europäischen Plattformen verfügbar. Ende Juni spielte sich ein ähnliches Szenario ab, als Binance seine EU-Dienste wegen desselben MiCA-Termins einstellte. Das Regelwerk gestaltet den europäischen Stablecoin-Markt konsequent um.
Europäische Revolut-Nutzer haben noch knapp zwei Monate Zeit, selbst zu handeln. Wer USDT vor dem 31. August verkauft oder auf eine externe Wallet abhebt, behält die Kontrolle über Zeitpunkt und Kurs. Danach entscheidet die Plattform.



